Der bleiche junge Mann liegt reglos im Krankenbett. Seine braunen Augen schauen aus dem Fenster des Patientenzimmers im zwölften Stock des Klinikums am Bruderwald. Vor sechs Tagen ist Moritz H. dem Tod begegnet.

Während eines Fußballspiels am 15. Mai wäre der 22-Jährige beinahe gestorben, an plötzlichem Herztod. Doch daran erinnert er sich nicht. In seinem Kopf herrscht eine dumpfe Leere. Er erinnert sich nur daran, zu fallen, dann ist alles schwarz.

Langsam formen seine Lippen ein Lächeln, und er fängt an zu sprechen: Mit seiner Mutter, seinem Vater, seiner Schwester, die während der ganzen Zeit nicht von seinem Krankenbett gewichen sind. Zwischen den Gesprächen plagen ihn Trugbilder, hervorgerufen durch die hohe Dosis Beruhigungs- und Narkosemittel, die mit dem Blut durch seinen Körper rauschen. "Das war eigentlich das Schlimmste an der ganzen Sache.