Ihm sitzt der Schalk im Nacken, zweifellos. Alfred Hierold verfügt über die wunderbare Gabe, auch brenzlige Situationen mit Humor zu entschärfen: nie verletzend, immer hintersinnig, tiefgründig. Eine gehörige Portion Altersweisheit spielt sicher mit im Umgang mit jedweden Zeitgenossen: Großkopferten oder schlichteren Gemütern. Heute feiert der Priester, Kirchenrechtsprofessor, frühere Rektor der Bamberger Universität und Träger der Bürgermedaille der Stadt Bamberg seinen 75. Geburtstag.

Es passt zu Alfred Hierold, dass er diesen Ehrentag nicht in Bamberg verbringt, sondern mit seiner Großfamilie im Oberpfälzer Heimatort Moosbach. "Ich habe acht Neffen und Nichten, 15 Großneffen und -nichten", freut sich der Professor über die vertraute Gratulantenschar.


Offizielle Feier folgt

Dass es am 9. Januar dann als Tribut an seine hochrangigen Funktionen noch eine offizielle akademische Feier in der Uni-Aula Dominikanerkirche gibt, nimmt er mit Gelassenheit. Universitäts-Präsident Professor Godehard Ruppert ist dann der Gastgeber.

Auch Erzbischof Ludwig Schick nimmt den herausragenden Geburtstag zum Anlass, die vielfältigen Tätigkeiten Hierolds im kirchlichen sowie gesellschaftlichen Bereich zu würdigen und ihm dafür zu danken: "Viele Seminaristen, Laientheologen und Anwärter für das Lehramt in katholischer Religionslehre haben Sie das Kirchenrecht gelehrt. Die Ausbildung der zukünftigen Verantwortungsträger in der Seelsorge ist ein wichtiger kirchlicher Dienst", heißt es in Schicks Glückwunschschreiben. Hierold habe sich darüber hinaus als Prodekan und Dekan der Theologischen Fakultät, als Vizepräsident und Rektor der Universität Bamberg (von 1992 bis 2000) engagiert.


Viele Aufgaben übernommen

Zusätzlich zu seinen universitären Verpflichtungen ging und geht Alfred Hierold etlichen Aufgaben im Erzbistum Bamberg und auch innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz nach. Mit beeindruckendem Einsatz und Gewissenhaftigkeit wirkt er weiterhin als Kirchlicher Richter und Vizeoffizial am Erzbischöflichen Offizialat (Kirchengericht).

Hierold ist Mitglied in diversen akademischen Gremien, im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Präsident des Vereins der Freunde des Vatikanischen Geheimarchivs. Er lehrt zudem als Ordentlicher Professor das Kanonische Recht an der Päpstlichen Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz.

Und er ist und bleibt Seelsorger: "Wenn Gott damit einverstanden ist, geht es die nächsten Jahre so weiter!" lacht der Jubilar, der mit Bodenhaftung und Menschenzugewandheit regelmäßig in Friesen bei Hirschaid die Gottesdienste feiert und da ist, wenn er gebraucht wird. Sicher, ein 75. Geburtstag sei ein "markantes Datum", räumt Professor Hierold ein. Doch "für mich ist das kein besonderer Anlass, etwas in meinem Leben zu ändern!"