Nachdem die Hotel-Pläne des neuen Grundstücksbesitzers gescheitert sind, denkt er an "Plan B". Der sieht die Sanierung der bestehenden Gebäude, einschließlich der Wirtschaft, zu reinen Wohnzwecken vor.
Der Stadtrat hat es gut gemeint, aber das Gegenteil dessen erreicht, was er und viele Bürger wollten: den Mahrsbräu-Keller zu bewahren. Das Nein zu Günter Schmidts Hotel-Plänen im Biergarten scheint nun das endgültige Aus für ein Stück Bamberger Kellerkultur zu bringen. Als neuer Eigentümer der 4000 Quadratmeter zwischen Oberem Stephansberg und Unterer Seelgasse hat der Bamberger die Konsequenzen gezogen und nun offiziell sein Vorhaben zurück gezogen.

Das Bedauern der Stadträte war groß, als Baureferent Michael Ilk im Stadtentwicklungssenat Schmidts Entscheidung bekannt gab. Der Investor überraschte die Kommunalpolitiker mit diesem Schritt, kam er doch der Einstellung des Vorhaben bezogenen Bebauungsplanverfahrens durch die Verwaltung zuvor.
Schmidt hat schon seit Monaten den nötigen politischen Willen für sein Projekt vermisst. Hatte es anfangs positive Signale aus dem Rathaus gegeben, waren die meisten Stadträte und Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) umgeschwenkt, als die Kritik der Bevölkerung an den Hotel-Plänen immer lauter wurde. Nun, so Schmidt, beuge er sich den Realitäten.

"Niemand bedauert das mehr als ich. Es lag mir sehr viel an dem Bierkeller", versicherte der Inhaber der Bauträgergesellschaft casa tecta im Gespräch mit dem FT. Schmidt sah die erforderliche wirtschaftliche Basis für den künftigen Kellerbetrieb in einem Hotel mit 22 Zimmern. Es sollte an der Stelle eines Wohnhauses aus den 1970er Jahre gebaut werden, das bereits im Garten steht.


Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) bezweifelt nach wie vor, "dass wir den Kellerbetrieb gerettet hätten, wenn wir dem Hotel zugestimmt hätten". Der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Kuntke sieht es ähnlich. "Der Bierkeller wäre tot, so oder so."
Andere Mitglieder im Stadtentwicklungssenat wirkten zuletzt weniger überzeugt davon. Man hätte noch einmal mit Schmidt verhandeln müssen, fanden Helmut Müller (CSU) und Ursula Sowa (GAL).

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