Carsten Joneitis ist stinksauer. Dank jahrelanger Vorarbeit und einer aktiven Sanierungsphase zwischen 2009 und 2013 ist die historische Kellergasse in Unterhaid zu einem Schmuckstück geworden. An diesem haben sich Unbekannte mit Stemmeisen und Bolzenschneidern zu schaffen gemacht, auf den alten schmucken Eichentüren und den schmiedeeisernen Beschlägen und Schlössern hässliche Schrammen und Kratzer hinterlassen. An insgesamt 13 von 34 Kellern in der Anlage haben die Täter zugeschlagen - um Alkoholika zu klauen. Alkohol wiederum ist Teil der Beute, die Unbekannte in den letzten Wochen in diversen Sportheimen im Landkreis machten. Das bringt Joneitis gleichfalls in Rage: Denn der Oberhaider Bürgermeister ist auch Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbands (BLSV).

Doch zurück in die Unterhaider Kellergasse. Bei seiner Joggingtour am späten Donnerstagnachmittag lief Zweiter Bürgermeister Peter Deusel durch die Kellergasse. Er wollte seinen Augen zuerst nicht trauen, als er die Türen etlicher Keller offenstehen sah. "Die sind normalerweise alle zu und mit Schlössern gesichert", erklärt Joneitis dazu. Deusel verschaffte sich kurz einen Überblick und verständigte dann umgehend den Bürgermeister. Der wiederum informierte sofort die Polizei, die dann am Abend noch Spuren sicherte. Die Eigentümer der Keller wurden ihrerseits in Kenntnis gesetzt. Von oben runter wurden alle 13 Keller bis zum Hauptkeller aufgebrochen. Auch derjenige der Gemeinde mit dem Grünen Klassenzimmer.

Auf Bierfässer und -Kästen aus

Hier ließen die Einbrecher ein Bierfass mitgehen. Ebenfalls auf Bierfässer und Bierkästen hatten sie es in den weiteren Kellern abgesehen.

Am Freitag und Samstag waren die Kellereigentümer dann damit beschäftigt, Türen und Schlösser so herzurichten, dass die Keller zumindest zu waren.

Bürgermeister Joneitis tut es in der Seele weh, dass die mit dem Denkmalschutz abgestimmten Details, die für ein einheitliches Bild in der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Anlage sorgten, bunt zusammengewürfelten Lösungen weichen mussten.

In Absprache mit dem Zweiten Bürgermeister hat die Gemeinde eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt (Gemeinde: Telefonnummer 09503/922314 oder Polizei: 0951/9129-310), die zur Ermittlung der Täter führen. Denn bei teils so schweren Fässern müssen schon mehr Leute mit Schubkarren oder ähnlichem zu Gang gewesen sein, meint Joneitis.

Wie Steffen Schorr, Sprecher der Polizeiinspektion Bamberg-Land bestätigt, wurden Spuren gesichert und die Befragung der Kellereigentümer läuft noch. Weil man bis jetzt noch nicht mit allen in Kontakt treten konnte. "Die Ermittlungen laufen", lässt er wissen. Gleiches gelte für die Einbrüche in Sportheime im Landkreis, vor allem im letzten Monat und zuletzt in Kemmern. Betroffen war aber auch der SC Lichteneiche. Klaus Brauch vom Vorstandsteam stellt fest: "Man hat wirklicht Gewalt anwenden müssen", um eindringen zu können. Hier hatten es die Täter hauptsächlich auf Fernseher und Lautsprecher abgesehen, die in einem Nebenraum waren. Weniger erfolgreich waren Einbrecher bei der Spielvereinigung Ebing. Hier kamen sie nicht ins Innere, hinterließen beim Versuch aber Schaden in der Höhe von rund 2000 Euro wie Hubert Walter für die Vereinsführung erklärt. Nach einem Einbruch vor Jahren hat die Spielvereinigung in eine bessere Tür investiert. Mit Erfolg, wie sich jetzt gezeigt hat. "Freilich kann man nicht alles absichern", gesteht er zu.

"Und man kann auch nicht alles versichern", weiß Carsten Joneitis. Aber die Vereine sind sehr vorsichtig geworden und lassen schon lange kein Bargeld mehr in den Kassen.

Was können Vereine mit Sportheimen tun, um sich zu schützen? Pressesprecherin Franziska Schramm vom Polizeipräsidium Oberfranken rät, das Entdeckungsrisiko durch gute Beleuchtung etwa mit Bewegungsmeldern zu erhöhen. Ratsam seien auch mechanische Zusatzsicherungen gegen das Hochschieben bzw. Öffnen von Rollläden.

Einen praktischen Tipp hat auch Steffen Schorr für die Vereine: Bei der Kripo gibt es einen Präventionsbeamten, "der kostet nichts, geht vor Ort und berät produktunabhängig." Zu erreichen ist Helmut Eßel unter Telefon 0951/9129-408.

Könnte es einen Zusammenhang zwischen der ungewöhnliche Einbruchserie in den Unterhaider Kellern und den gehäuften Einbrüchen in Sportheimen bestehen? "Wir prüfen, ob es Zusammenhänge geben könnte", so Schorr abschließend.