Glauben

Ministrieren "macht einfach Spaß"

Ohne die Ministranten stünden Pfarrer und Gemeinde recht alleine da - im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Diözesan-Ministrantentag am Samstag in Bamberg erlebten knapp 1000 "Minis" mit ihren Betreuern aus dem gesamten Erzbistum, dass sie als "lebendige Steine" - so das Motto des Tages - ein wichtiger Teil der Kirche sind.
Ein Gottesdienst im Dom beendete den Diözesanministrantentag. Die jungen Messdienerinnen und Messdiener zogen in ihren Gewändern vom Maxplatz auf den Domberg. Foto: Barbara  Herbst
Ein Gottesdienst im Dom beendete den Diözesanministrantentag. Die jungen Messdienerinnen und Messdiener zogen in ihren Gewändern vom Maxplatz auf den Domberg. Foto: Barbara Herbst
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Was bringt junge Leute dazu, am Sonntag in aller Frühe aufzustehen und Ministrieren zu gehen? Warum machen sie das? Auch um Fragen wie diese ging es beim Diözesantag der Ministranten in Bamberg, zu dem nach Angaben des Jugendamts der Erzdiözese über 800 Ministranten aus dem gesamten Erzbistum kamen.
Cornelia Sperber, Bildungsreferentin am Erzbischöflichen Jugendamt in Nürnberg, leitete einen der Workshops für die Neun- bis 17-Jährigen, der im Kapitelsaal von St. Stephan stattfand und zu dem die rund 25 Ministranten vom Maxplatz auf den Stephansberg marschierten. Was also ist das Schöne am Ministrieren, und was ist weniger schön?

Gemeinschaftserlebnis und Ausflüge

Schön daran ist für viele, dass sie Freunde gefunden haben, schön sei die Gemeinschaft, schön finden sie die Ausflüge. Manche freuen sich, dass sie beim Gottesdienst mithelfen können, auch, dass sie hin und wieder Geld bekommen. Ein Mädchen bezeichnet das Ministrieren als "sinnvollen Zeitvertreib", andere sagen auch einfach nur: "Es macht Spaß."
Weniger schön ist für viele das frühe Aufstehen. Manchen dauern die Predigten oft zu lang. Ein Mädchen sagt: "Es herrscht eine gewisse Strenge im Gottesdienst, zum Beispiel was Lachen und Gespräche betrifft." Einigen macht auch das lange Stehen während des Gottesdienstes zu schaffen.
Insgesamt scheint das Positive zu überwiegen, denn sonst würden sie es ja nicht machen. Für einige wird das Ministrieren auch ein wichtiger Teil ihres Lebens, und sie bleiben lange dabei. Die 17-jährige Nina Müller beispielsweise ministriert bereits seit neun Jahren in St. Gangolf in Bamberg. "Ganz wichtig ist die Gemeinschaft", sagt Nina. Und: "Es macht Spaß, Feste zu planen oder Ausflüge zu organisieren. Neulich haben wir mal einen Ausflug nach Prag gemacht. Wir Ministranten unternehmen auch sonst viel zusammen, zum Beispiel die Ministrantentage oder Fußballturniere." Sie kenne auch viele andere Ministranten, die lange dabei blieben, so die 17-Jährige. Insgesamt 42 Ministranten gebe es allein in "ihrer" Pfarrei, darunter viele "Große".
Jonas Gößwein ist seit eineinhalb Jahren Ministrant in Oesdorf, einem Ortsteil von Heroldsbach im Landkreis Forchheim. "Am liebsten mag ich Veranstaltungen wie die Ministrantentage", erzählt der Zehnjährige. Nicht so toll findet er das frühe Aufstehen. Zum Ministrieren gekommen ist er durch Klassenkameraden: "Mehrere aus meiner Klasse haben damit angefangen. Dann wollte ich auch Ministrant werden." Genau so wie viele hundert andere, die aus der ganzen Erzdiözese am Samstag nach Bamberg gekommen sind.

Vorschlag: Bunte Gewänder

Ein Großteil des Programms des Ministrantentages spielte sich am Maxplatz ab. Dort spielten Bands christliche Lieder, die Ministranten trafen sich zum Mittagessen, von dort aus gingen sie in die Workshops und starteten am Nachmittag ihre Prozession zum Dom, zu einem Festgottesdienst mit Weihbischof Werner Radspieler.
Die Ministranten als "lebendige Steine" der Kirche: Unter diesem Motto stand der Diözesantag der Ministranten. In den Workshops, deren Ergebnisse sie am Nachmittag vorstellten, sollten die jungen Messdiener auch aufschreiben, was Kirche für sie lebendig macht. Die Ideen waren durchaus vielfältig: Sie reichten von "weniger strenge Gottesdienste" bis zu "bunten Ministrantengewändern".
Alexander Bothe, neuer Referent für Ministrantenpastoral, erklärt das Motto des Tages: So wie der Dom auf Steinen gründet, so bestehe die Kirche als Gemeinschaft aus Menschen, quasi lebendigen Steinen: "Die Minis sind untereinander eine Gemeinschaft und bauen auch an dieser lebendigen Gemeinschaft Kirche mit."
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