Auch wenn es das Wetter dieses Mal mit den Merkendorfern nicht so gut meinte, geleiteten sie doch ihren neuen Diakon Christoph Gahlau im Festzug von der Pfarrkirche "Kreuzerhöhung" zur Festhalle der Brauerei Wagner. Ihn begleitete auch Peter Barthelme, Memmelsdorfer und leitender Pfarrer des Seelsorgebereiches Gügel und nun auch neuer Pfarradministrator für Merkendorf. Den Ministranten folgten die Fahnenabordnungen der Vereine SV, RVC 09, der Sportschützen, der Freiwilligen Feuerwehr sowie FC-Bayern-München-Fans und die kirchlichen und gemeindlichen Vertreter.

Gläubige mussten draußen sitzen

Aufgrund der Pandemie fand der Gottesdienst in der Festhalle mit rund 100 Gläubigen statt. Weitere mussten außerhalb Platz nehmen, damit der Abstand gewahrt werden konnte. Kirchenpfleger Günther Knoll hieß die Geistlichen im Namen des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung Merkendorf/Laubend, des Memmelsdorfer Bürgermeisters Gerd Schneider (SPD) und der Vereine willkommen. Im Anschluss übergab der Kirchenpfleger offiziell die Schlüssel der Kirche an Pfarrer Barthelme.

Einladung in den Kindergarten

Sandra Wagner begrüßte die beiden Geistlichen im Namen des Kindergartens und lud sie ein, die Kleinen bald zu besuchen. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kerstin Forster erwähnte in ihrer Begrüßung, dass Gahlau für den gesamten Seelsorgebereich Gügel zuständig sei, seinen Dienstsitz aber in Merkendorf habe. "Wir freuen uns darüber", sagte sie, "denn ein Ansprechpartner vor Ort ist überaus wertvoll."

Pfarrer Barthelme bedankte sich für die Begrüßung: "Es ist schön, dass man bei euch gleich angenommen ist." Er ergänzte, dass Pfarrer Hagel weiterhin Gottesdienste hier halten werde.

Wichtig sei, dass wir als Pfarrei Christus in die Mitte nähmen, führte er weiter aus, denn davon lebe die Gemeinde. In seiner Predigt betonte er: "Wir alle sind Diener im Weinberg und berufen durch die Taufe." Dann lobte er die Merkendorfer: "Ich freue mich, dass ich in Merkendorf eine Pfarrei vorfinde, in der es sehr lebendig zugeht."

Es sei wichtig, betonte der Pfarrer, dass wir als Kirche gemeinsam seien, zwar gäbe es die verschiedenen Pfarreien und Wege des Glaubens, aber die gemeinsame Kirche Gottes.

Da sich aber vieles ändere, fragte Barthelme: "Wie kann das gelingen?" Es sei nötig, gab er als Antwort, dass viele dabei mitwirken. Des Weiteren solle man auf einander Rücksicht nehmen, auf einander hören und schauen. Der Prediger schloss: "Das Gebet für die Verstorbenen, die Kranken, Trauernden und Schwachen ist der Ausdruck unseres Miteinanders." Den Gottesdienst begleitete Rita Pfeifer musikalisch auf dem Keyboard.

Lobeshymne auf den Ort

Am Ende des Gottesdienstes stellte sich der neue Diakon selbst vor. Er begann zunächst mit einer Lobeshymne auf das Dorf und mit seiner Feststellung: "Merkendorf ist das Paradies!" Das behaupteten seiner Aussage nach nicht nur Merkendorfer und Laubender, sondern auch seine Bierfreunde. Sie bekamen leuchtende Augen, als er ihnen erzählte, dass er hier ab September tätig sei.

Der Diakon berichtete weiter, dass er verheiratet sei und zwei erwachsene Kinder habe. Aufgewachsen ist er in Gundelsheim, wo er Ministrant und später Oberministrant war. 2018 wurde er von Erzbischof Schick zum Diakon geweiht und war daraufhin zwei Jahre als Diakon mit Zivilberuf im Seelsorgebereich Stegaurach-Lisberg tätig. 26 Jahre journalistischer Tätigkeit lasse er nun hinter sich, erzählte Gahlau, der zuletzt als Redakteur beim Heinrichsblatt arbeitete.

Über sein neues Tätigkeitsfeld äußerte sich Gahlau: "Ich will mich nicht hinter verschlossenen Türen verschanzen, denn es ist die vornehmliche Aufgabe des Diakons, sich um die Sorgen und Nöte der Menschen zu kümmern." Darüber hinaus habe er, so fuhr der Diakon fort, in der Heiligen Messe die frohe Botschaft zu verkünden. Dies wolle er aber auch durch sein Leben tun, damit nach dem irdischen Paradies in Merkendorf auch das himmlische Paradies kommen werde.