Freitag, halb 9, Nieselregen. Maske auf, Mütze zurechtrücken, los geht's mit der Kontrollrunde. Die zwei Polizeibeamten steigen aus dem Wagen und gehen über die Plattform am zentralen Omnibusbahnhof. Die Leute steigen mit Masken in die Busse. Und auch beim Aussteigen haben alle eine Mund-Nasenbedeckung auf.

Eine ältere Dame, die auf einer Bank sitzt und auf ihre Busverbindung wartet, sitzt ohne Maske da. Als die beiden Beamten sie darauf ansprechen zeigt sie sofort Verständnis, zieht den Schutz auf und meint: "Ich wusste nicht, dass es auch direkt an der Haltestelle gilt." Es bleibt also bei der Erläuterung der Regel. Ein Busfahrer, der gerade Pause macht, ist froh: "Ich finde es gut, dass die Polizei die Einhaltung der Maskenpflicht verstärkt kontrolliert."

Das geringste Problem

Er habe auch Menschen im Bekanntenkreis, die sich weigern würden. Während seiner Bustouren laufe aber alles reibungslos und die Menschen hielten sich an die Maßgabe. "Ich will schließlich auch nicht krank werden. Und wenn wir mittels Masken schlimmere Einschränkungen verhindern können, dann ist das Stück Stoff das geringste Problem", erläutert er und zeigt auf seine Maske.

Von morgens um 7 Uhr bis abends um 22 Uhr waren am Freitag in ganz Bayern verstärkt Streifen unterwegs, um die Maskenpflicht durchzusetzen und damit die schneller werdenden Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bereits im August waren die Ordnungshüter im ganzen Freistaat unterwegs. Diesmal sollte es aber nicht nur bei mahnenden Worten bleiben, gegebenenfalls sollten auch Bußgelder verhängt werden: Wer an den vorgeschriebenen Orten wie an Haltestellen oder im Falle der Überschreitung der 35er-Marke an belebten und engen Plätzen keine Maske trägt, muss tief in die Tasche greifen: 250 Euro kostet das Vergehen.

Alles ruhig

Beim Gang durch die Bamberger Fußgängerzone ist alles ruhig. Nur vereinzelt laufen Menschen durch die aufwachende Stadt. Eine Markthändlerin fragt die Beamten, ob ihre Hygienemaßnahmen inklusive Abstandhalten konform sind. Die Polizisten bestätigen das.

An diesem Tag hat die Weltkulturerbestadt die Schwelle von 35 Infektionsfällen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen noch nicht überschritten - und deshalb gilt auch in engen Bereichen noch keine Maskenpflicht. Zur Mittagszeit, als die Innenstadt belebter ist, zeigt sich aber: Immer mehr Menschen unabhängig vom Alter tragen bereits freiwillig Masken.

"Darf man hier rauchen?"

"Darf man hier eigentlich rauchen oder muss ich Maske tragen?", fragt ein Mann, geschätzt Anfang 30, am Zob. Fertigrauchen ist okay, aber dann muss die Maske wieder sitzen. Eine junge Frau, die aus dem Bus in Richtung Einkaufsmeile sprintet, fragt die Polizisten, ob dort auch schon Maskenpflicht gilt. Ein anderer Passant will wissen, ab welcher Schwelle überall im öffentlichen Raum die Pflicht greift.

Die beiden Beamten beantworten in Ruhe alle Fragen. Sie haben Zeit, denn es gibt kaum Gründe zur Beanstandung: Wer an der Haltestelle noch keine Maske trägt und kontrolliert wird, hat auch immer eine Maske dabei und setzt sie ohne großes Aufheben auf. "Ich habe schon ein gewisses Verständnis, wenn nicht jeder Mensch sofort alle neuen Regelungen kennt", meint einer der Polizisten. Erst wenn jemand nach erstmaliger Ansprache ein zweites Mal auffalle, wäre auch ein Bußgeld angebracht. Fürs Erste ist die Kontrolle hier vorbei. Die Ordnungshüter steigen wieder ins Fahrzeug und klappern andere belebten Stellen wie den Bahnhof oder die Bushaltestellen am Kranen ab.

Bis zum Mittag zieht Silke Gahn, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, eine positive Bilanz: "Die Kollegen haben uns mitgeteilt, dass in 95 Prozent der Fälle die Akzeptanz zum Tragen eines Mund-Nasenschutz besteht." So kam es bis zum Vormittag gerade einmal zu sieben Verstößen mit fünf Fällen Verwarnungen.