Junge Leute sind durchaus bereit, in Vereinen und Verbänden Verantwortung zu übernehmen. Beispiel gefällig? Beim Maschinenring Bamberg ist der Generationswechsel jedenfalls nachhaltig geglückt. Der neue Vorsitzende Andreas Hoffmann ist gerade 30, sein Stellvertreter Benjamin Friedel aus Hochstall 28 Jahre jung. Zusammen mit den beiden Geschäftsführern Matthias Weigand und Sebastian Weber ergibt das für den MR gute Perspektiven für die Zukunft.
Davon zeigten sich jedenfalls der "alte" wie der neue Vorsitzende nach der Wahl überzeugt. Trotz des viel stärkeren Rückgangs landwirtschaftlicher Betriebe ist die Mitgliederzahl beim MR in den letzten Jahren vom Spitzenstand (über 1100) nur auf etwa 880 zurückgegangen, rechnet Geschäftsführer Matthias Weigand vor. Das zeige, da sind sich der alte und der neue Vorsitzende einig, die ungebrochene Attraktivität des Maschinenrings für die Landwirte.
Die Idee, die zur Gründung 1971 geführt habe, sei eine sichere Grundlage für Wirtschaftlichkeit auf den Bauernhöfen geblieben.
Einer von denen, die damals schon dabei waren, in den Bamberger Haas-Sälen, ist Andreas Will. Zusammen mit Siegfried Zenk aus Schweisdorf, Pankraz Deuber aus Bamberg, Georg Pfister aus Hohengüßbach natürlich, seinerzeit noch ein "richtiger" Bauer, und nicht zuletzt Alfred Deinlein aus Neudorf, der damals den Vorsitz übernahm und den Maschinenring bis 1998, also die ersten 27 Jahre lang, erfolgreich steuerte. "Die Prinzipien von damals haben ihre Gültigkeit und ihren Wert für die Bauernhöfe bis heute nicht verloren", betont Will. Damals hatte die Mechanisierung in der Landwirtschaft eingesetzt, doch längst nicht jeder kleine Betrieb konnte sich die teuren Maschinen leisten.
Wollte man aber moderne Arbeitsbedingungen - das bedeutete Arbeitserleichterungen - kam man um die Investitionen nicht herum. Also bildete man den Maschinenring. "Bei der Vermittlung durch einen Geschäftsführer war zudem eine saubere Abrechnung garantiert", erinnert sich Will. Das Gleiche galt für das andere Feld, die Betriebshilfe, die schnell und reibungslos funktionieren musste. "So gesehen hat der Maschinenring dazu beigetragen, dass Betriebsvergrößerungen möglich waren", sagt Matthias Weigand. Ein Beispiel: Sämaschinen für Mais, der damals noch in wesentlich kleineren "Dosen" angebaut wurde. Mit einem solchen Gerät konnten Dutzende Bauernhöfe bedient werden.
Hinzu gekommen ist in den vergangenen Jahren der Bereich kommunale Dienstleistung. "Beim Winterdienst sind wir inzwischen Marktführer, im Sommer machen wir Grünpflege. Außerdem liefern wir Hackschnitzel nach Bamberg, nach Breitengüßbach, nach Ebrach und nach Oberhaid", sagt Weigand.
Mindestens genau so wichtig ist aber die Betriebshilfe - der MR-Zweig, aus dem der neue Vorsitzende Andreas Hoffmann kommt. Seit 2009 ist der gelernte Forstwirt als Betriebshelfer beim MR Bamberg. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, versteht er genügend von Ackerbau und Viehzucht, um selber einen Betrieb leiten zu können. Sein schwierigster Fall? "Wenn ein alleinstehender Landwirt plötzlich ins Krankenhaus muss und seine Betriebsgeheimnisse nicht mehr mitteilen kann. Da muss man dann schnell zu einer eigenen Ordnung kommen". Neben den beiden hauptberuflichen Helfern und fünf Dorfhelferinnen stehen derzeit mehr als 40 Nebenberufslandwirte für solche Einsätze bereit: "Wir suchen trotzdem immer Leute. Und für junge Betriebsleiter ist das eine optimale Ergänzung, fast ein dritter Ausbildungsweg", meint Weigand.

Biomasse-Höfe als Stützpunkte

Wie geht es weiter? Als neuer Vorsitzender des Maschinenrings wollen Hoffmann, Friedel und die deutlich verjüngte Führungsmannschaft vor allem "das Erreichte weiterführen". Gewisse Steigerungen seien bei Winterdienst und Grünpflege noch möglich. Noch bessere Perspektiven eröffneten sich dem Maschinenring als Unternehmen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Ein oder mehrere "Biomasse-Höfe" könnten zur Anlaufstelle für Kunden von Scheitholz oder Hackschnitzeln werden. "Stützpunkte für Kleinverbraucher" nennen es die neuen Leute an der MR-Spitze.
"Am Herzen" liege ihm, so Hoffmann, aber natürlich der Ausbau der Betriebshilfe: "Wir wollen 100 Prozent der Anfragen bedienen können." Dafür will man vor allem junge Leute ansprechen. Bedauert wird deshalb der frühe Tod von Hans Greif. So schnell wie möglich wolle man diesen Verlust wieder "auf die Reihe kriegen", sagt Hoffmann. Mehr als 20 000 Einsatzstunden bei der Betriebshilfe und Verrechnungswerte (Umsatz) von mehr als drei Millionen Euro wollten auch künftig sachgerecht behandelt sein. "Leistungsstark, kompetent und zuverlässig soll der Maschinenring Bamberg auch in Zukunft sein", sagt sein neuer Vorsitzender Andreas Hoffmann.