Das Licht im Sitzungssaal muss aus sein. "Bitte ganz aus", hakt Baureferent Thomas Beese nach. Nur, wenn es ganz dunkel sei, könne man die Fotos richtig wirken lassen. Das haben sie offenbar getan, und zwar so gut, dass die Mitglieder des Bau- und Werksenats den Beschlussvorschlag spontan ergänzen ließen: Der Bausenat empfiehlt dem Finanzsenat, jährlich 30 000 Euro für die weitere Umsetzung des "Lichtmasterplans" bereitzustellen.
Bisher ist das nicht mehr als eine Empfehlung. Und Heinz Kuntke (SPD) stellte auch gleich klar: "Das, was hier vorgestellt wurde, ist durchaus beeindruckend. Aber es ist trotzdem nur ein Gesichtspunkt im Gesamthaushalt. Die Kostenfrage muss man immer abwägen."

Eine Frage, die sich mit weit mehr als Beleuchtung beschäftigt. Der "Lichtmasterplan" soll, wenn es nach dem Willen von Ursula Sowa von den Grünen geht, "in Windeseile" umgesetzt werden. Mit ihm könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ästhetik und Energieeinsparung durch die Umstellung auf LED-Lichter. Sowa stimmte Stadträtin Birgit Dietz (CSU) bei deren Vorstoß - der Finanzsenat möge doch jährliche Gelder für den Lichtmasterplan zur Verfügung stellen - sofort zu.

Dietz, die vor über zehn Jahren den Antrag zum Lichtmasterplan gestellt hatte, betonte: "Nach und nach wurde erkannt, dass es um Stadtgestaltung, Aufenthaltsqualität, aber auch um Sicherheit, Lichtverschmutzung und nicht zuletzt um Energieeinsparung geht."

Projekte in diesem Jahr
Was heißt das konkret für 2015? Am Obstmarkt sollen die restlichen vier alten "Winkler-Leuchten" durch vier Lichtstelen mit LED-Lampen ausgetauscht werden, am Grünen Markt werden statt jetzt noch 18 "Kandelabern" zehn LED-Stehlen postiert. Die alte Winklerlaterne hinter dem Gabelmann wird durch zwei sogenannte Wandauslegerleuchten ersetzt. Mit den Austausch-Arbeiten kann frühestens im Sommer begonnen werden, wie Silke Klotzek aus dem Stadtplanungsamt auf Anfrage mitteilte. Der Grund: Die Stadtwerke Bamberg (STWB) sind derzeit auf der Suche nach einem Hersteller, der ein möglichst ähnliches Stelen-Fabrikat liefern kann, wie es in der restlichen Fußgängerzone schon aufgebaut ist - nur eben mit LED. In den "Fieberthermometern", wie sie mancher Bamberger nennt, sorgt derzeit laut Klotzek zwar ein sehr "energieeffizientes Leuchtmittel" für Licht. Doch LEDs wären "natürlich noch besser und weniger wartungsintensiv", wie Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg auf Nachfrage sagt. Derzeit würden die Ausschreibungen laufen.

Im Zuge der Umstellung auf Stelen soll auch die Beleuchtung der Kirche St. Martin auf LED-Technik umgerüstet werden. Damit soll erreicht werden, dass endlich alle öffentlichen Beleuchtungen in der Fußgängerzone die gleiche Lichtfarbe haben.

Ein Bamberger "Promi" soll ebenfalls ins rechte Licht gerückt werden: der "Gabelmoo". Wie Giersberg schätzt, würde das Projekt "Obstmarkt/Grüner Markt" wohl rund drei Wochen in Anspruch nehmen - sobald ein Hersteller für möglichst baugleiche Lichtstelen gefunden ist. Dann werde man vermutlich nicht alles "auf einen Schwung" austauschen, da Abstimmungen wegen Veranstaltungen oder den Ständen der Marktkaufleute notwendig seien.

Voraussichtlich 114.500 Euro
Kosten dürfte das Paket Stelen/Beleuchtung St. Martin/Neptunbrunnen geschätzte 114.500 Euro. Wie Baureferent Beese auf Anfrage erklärte, bleiben dank einer teilweisen Städtebauförderung für die Stadt davon 26.100 Euro, Bund und Land übernehmen 39.200 Euro. Auf die Anlieger kommt ein Anteil von voraussichtlich 49.000 Euro zu. "Sie müssen sich aber natürlich nicht an der gestalterischen Beleuchtung beteiligen, das ist ja sozusagen Luxus." Das Geld steht im Haushalt bereit.

Ebenfalls bewilligt sind Finanzmittel in Höhe von 12.000 bis 15.000 Euro für eine "sensible Stelle im Herzen der Altstadt", wie es in den Sitzungsunterlagen heißt. Es geht um das Gesamt-Ensemble Brückenrathaus/Obere Brücke/Untere Brücke. Ein Lichtplaner soll dafür ein Beleuchtungskonzept entwickeln und dann im Bausenat vorstellen.

Dessen Mitglieder waren sich in ihrer Empfehlung an den Finanzsenat, 30.000 Euro jährlich für den Lichtmasterplan zur Verfügung zu stellen, einig. Wobei Norbert Tscherner (BBB) anmerkte, dass seiner Meinung nach die Stelen nicht unbedingt alle einheitlich sein müssten. Er gab aber "grünes Licht". So auch Pankraz Deu ber (BUB), der sich vor allem von der Licht-Simulation für den Dom sehr angetan zeigte.

FW-Fraktionssprecher Herbert Lauer zeigte sich in Hinblick auf einen zukünftigen Bamberger Leucht-Traum geradezu schwärmerisch: "Wenn Sie sich in Prag die Karlsbrücke anschauen oder den Kirchturm der Kathedrale in Rodez (Bambergs Partnerstadt in Frankreich, Anm. d. Redaktion) - so was will ich in Bamberg auch."