Trotz steigender Holzpreise wurde das Angebot für die traditionelle Wertholz-Versteigerung in Litzendorf nicht erhöht. Im Gegenteil: Etwa zehn Prozent weniger Stämme als im vorigen Jahr dürften am 15. Januar im Pfarrheim zum Aufruf kommen, sagt Konrad Schneider von der Staatlichen Forstverwaltung in Forchheim.
Das sind aber immerhin noch gut 1500 Festmeter Nadelholz und etwa 350 Festmeter Laubholz, die derzeit noch auf den Lagerplätzen bei Strullendorf und bei Weibersdorf im Spessart aufgelegt sind. Etwa zwei Drittel davon lagern bis zur Abholung in Strullendorf.

"Die Nachfrage ist da, die Stämme aus fränkischen Wäldern dürften auf jeden Fall verkauft werden", ist sich Schneider sicher. Warum aus staatlichen, kommunalen und privaten Wäldern heuer nicht mehr Holz angeboten wird, führt er auf die Witterungsverhältnisse zurück.
"Wir hatten längere Regenphasen, da war es nicht einfach, das Holz aus dem Wald zu bringen. Sowohl die Forstbehörden wie auch die anderen Anbieter haben sich deshalb auf das Machbare beschränkt, bevor man zu viel schlägt und die Bäume dann liegen bleiben müssen".

Nachlegen ist kein Problem

Inwieweit sich das geringere Angebot auf den Preis auswirke, werde sich zeigen, so Schneider. Sollte es darüber hinaus noch eine spürbare Nachfrage geben, biete der Winter noch genügend Zeit, um nachzulegen. "Für den Staatswald gilt das auf jeden Fall".
Für private Waldbesitzer sei es zwar nicht so einfach, noch einmal eine Fuhre zusammen zu bekommen, "aber in einer gut organisierten WBV sollte das kein Thema sein". Das geringere Angebot sei vielleicht eine Reaktion auf den im vergangenen Jahr stagnierenden Holzpreis, nachdem der in den Jahren zuvor deutlich angestiegen war.

Aus zehn staatlichen Forstbetrieben aus Franken und dem niederbayerischen Kelheim kommen heuer etwa 1160 Festmeter Holz, ungefähr so viel wie im vergangenen Jahr.
Die restlichen etwa 700 Festmeter kommen aus Körperschafts- und Privatwald.Bei den Nadelhölzern dominiert die Kiefer mit 796 Festmeter. Von der Menge her an zweiter Stelle steht die Lärche mit 261 vor der Fichte mit 216 Festmeter. Im Angebot stehen immerhin 163 Festmeter Douglasie, während Tannenholz mit nur 15 Festmetern vertreten ist.

Zum größten Teil auf dem Holzlagerplatz Strullendorf ausgelegt sind auch die etwa 350 Festmeter Laubholz. Auch hier im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Abnahme. "Vor allem die Buche wird nicht mehr so geschätzt", sagt Konrad Schneider.

Wurden früher mehr als 100 Festmeter dieser Baumart angeboten, sind es in diesem Jahr gerade noch 5,3 (In Worten: Fünf komma drei). Mehr geworden ist dagegen die Eiche mit 140 Festmeter, auch Bergahorn und Esche sind mit jeweils 60 Festmeter gut vertreten.

Oft hohe Einzelpreise

Im Unterschied zum Nadelholz, wo jeweils mehrere Stämme zu einem Los zusammen gefasst sind, werden die rareren Laubhölzer stammweise verkauft, so Schneider.
Hier ist die Vielfalt größer. Von Nußbaum, Elsbeere, Apfel-, Kirsch-, Birn- und Zwetschgenbäumen wird oft nur ein einzelner Stamm angeboten. Die aber können bei Schreinern und Furnierbetrieben sehr begehrt sein und hohe Einzelpreise erzielen. "Das treibt dann auch die Durchschnittspreise hoch". Im Gegensatz zum Nadelholz, das in Litzendorf versteigert wird, kommen die Laubhölzer in einem Submissionsverfahren an den Mann. Interessenten geben ein schriftliches Gebot ab, das am 13. Januar bei der Forstlichen Vereinigung Oberfranken geöffnet wird. Noch am gleichen Tag erfolgt der Zuschlag an den Meistbietenden.

Als förderlich hat sich die zentrale Lagerung der Hölzer auf den Plätzen in Strullendorf und Weibersbrunn erwiesen. "Strullendorf ist seiner niedrigen Lage wegen relativ schneefrei, so dass das Holz im Vorfeld von Versteigerung und Submission gut anzuschauen ist", sagt Konrad Schneider. Außerdem ist Strullendorf gut zu erreichen.
Ihre Losverzeichnisse haben die Stammkunden bereits erhalten, Interessenten finden den Kontakt im Internet unter Bayerische Staatsforsten/Holzverkauf.