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Ladebordstein in Bamberg: Stadtwerke testen neue Technologie


Autor: Moritz Kircher

Bamberg, Sonntag, 26. Juli 2026

Die E-Mobilität ist auch in Bamberg weiter auf dem Vormarsch. Jetzt testen die Stadtwerke eine neuartige Ladetechnologie, die bereits mitten in der Innenstadt im Einsatz ist.
An der Schranne in Bamberg testen die Stadtwerke seit einigen Wochen einen sogenannten Ladebordstein - einen Ladepunkt für E-Autos, der unauffällig am Straßenrand eingebaut ist.


Seit Frühjahr testen die Stadtwerke mitten in der Innenstadt von Bamberg eine neue Bauweise für Ladestationen für E‑Autos, die bislang vielleicht kaum jemand bemerkt hat. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, werde die neuartige Technologie künftig überall dort zum Einsatz kommen, wo kein Platz für klassische Ladesäulen sei oder wo der Bau an gestalterischen oder gesetzlichen Vorgaben scheitere, teilen die Stadtwerke in einer Presseerklärung mit.

Beim Test geht es um sogenannte Ladebordsteine, die an der Schranne in die Straße eingebaut wurden. Also Anschlüsse zum Laden von E-Autos, die am Straßenrand ebenerdig und unauffällig im Boden verbaut sind. Ist so ein Ladebordstein eigentlich wasserfest? Stolpert man da nicht ständig drüber? Und was ist bei Eiseskälte im Winter oder Gluthitze im Sommer? Zum Pilotprojekt an der Schranne haben die Stadtwerke offenbar viele Fragen erreicht. Diese reagieren mit einem Erklär-Video in den sozialen Medien.

Stadtwerke betonen die Vorteile von Ladebordsteinen

Ein Mitarbeiter gießt eine Flasche Wasser über den abgedeckten Stromanschluss im Boden. Es passiert - nichts. Auch bei Starkregen seien die Ladeanschlüsse sicher. Und sollte doch einmal Wasser eindringen, gebe es eine automatische Notabschaltung für den Ladebordstein. Bei Schnee und Eis oder Hitze reguliere der Ladebordstein zudem seine Innentemperatur eigenständig. Und selbst wenn mal ein rangierender Lastwagen darüber fahre, steckten das die robusten Ladebordsteine problemlos weg.

Auch der Gehweg sei an der Stelle breit genug, um Fußgänger nicht zu behindern, wenn ein E-Auto am Ladebordstein geladen wird. Die benötigten Ladekabel befänden sich zudem am Auto, nicht auf dem Bürgersteig. Was gerade in einer Welterbestadt wie Bamberg zu bedenken ist: Die Ladebordsteine seien platzsparend und unauffällig – genau das, was in einem denkmalgeschützten Ensemble wichtig sei.

Manchmal vielleicht sogar zu unauffällig? Ein Kommentator unter dem Social-Media-Video der Stadtwerke moniert, dass die Ladebordsteine nutzlos seien, wenn sie "nicht ordentlich gekennzeichnet und ständig zugeparkt" seien. Er plädiert dafür, Falschparker auf den Boden-Ladesäulen rigoros abzuschleppen. Andere sind genervt, weil durch die Ladebordsteine allgemeine Parkplätze wegfielen. Denn an Ladebordsteinen dürfen nur E-Autos halten.

Kostenlos parken an allen öffentlichen Ladepunkten

So weit die Theorie. Aber wie sind die Erfahrungen mit den Ladebordsteinen in der Praxis? Der Hersteller Rheinmetall hat einen Feldversuch in Köln bereits abgeschlossen und ausgewertet, wie das Portal autobild.de berichtet. Gelobt werden demnach vor allem die Platzersparnis, weniger Vandalismus und einfache Nutzbarkeit. 

Einziger Kritikpunkt: Im Gegensatz zu weithin sichtbaren Ladesäulen seien die Ladebordsteine manchmal schwer zu finden. Die Suche nach der Stromtankstelle kann somit für ortsunkundige Nutzer auch mal zur unfreiwilligen Suchfahrt werden.

Egal ob klassische Ladesäule oder Ladebordstein: E-Auto-Fahrer haben davon in jedem Fall einen Vorteil bei der Parkplatzsuche in der oft überfüllten Innenstadt. Die Stadtwerke Bamberg informieren, dass an allen öffentlichen Ladestandorten das Parken während des Ladevorgangs kostenlos sei. Die Standorte für die Ladesäulen der Stadtwerke sind über die gängigen Apps sowie auf der Website Stadtwerke zu finden.

Stadtwerke bauen Ladenetz in Bamberg weiter aus

Die Stadtwerke bauen ihr Netz an Ladesäulen für Elektroautos in Bamberg auch abseits des Ladebordstein-Tests weiter aus und haben nun eine weitere Säule am Troppauplatz (Feldkrichenstraße / Ecke Hegelstraße) in Betrieb genommen. Geladen werden können an beiden Säulen je zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit einer Leistung von 22 Kilowatt.

Eine weitere soll im Herbst auf dem Lagarde-Campus ans Netz gehen. Sie soll in der Ellen-Ammann-Straße ans Netz gehen. Zusätzlich bieten die Stadtwerke im Bamberger Osten an der Brennerstraße und am Heinrich-Weber-Platz Lademöglichkeiten an. Für private Ladesäulen für E-Autos läuft derzeit ein Förderungpsrogramm des Bundes.