Kunst unter Hochdruck

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Durch die Kraft des Hochdruckreinigers löst sich der Schmutz dort, wo die Schablone es zulässt.Ronald Rinklef
Durch die Kraft des Hochdruckreinigers löst sich der Schmutz dort, wo die Schablone es zulässt.Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
Die Untere Brücke im Zeichen von "Reverse Graffiti". Ronald Rinklef
 

Die untere Brücke wird zum Blickfang. 21 Gesichter als "Reverse Graffiti" blicken zukünftig den Bambergern entgegen.

Es ist fast ein bisschen schockierend, wie hell der Stein der Unteren Brücke eigentlich ist. Die Kraft des Hochdruckreinigers lässt den Schmutz aus zig Jahren vom Mauerwerk verschwinden und in die Regnitz tropfen. Aus beinahe schwarz wird hellgrau.

Es ist keine Reinigungsmaßnahme der Stadt, wie man auf den ersten Blick noch denken könnte: Zwei Männer hängen, gesichert wie Bergsteiger, von der Brüstung und bearbeiten mit Hochdruck die Seite der Brücke. Aber spätestens als der erste Teil der Arbeit erledigt ist und das Konterfei eines jungen Mannes auf dem Stein sichtbar wird, wird klar: Hier entsteht Kunst.


Umgekehrter Ansatz

Die Herangehensweise des Künstlers Klaus Dauven ist ungewöhnlich. Der 51-jährige Dürener trägt keine Farbe auf, sondern - wie die Stilform "Reverse Graffiti" schon verrät - geht den umgekehrten Weg: er entfernt. Und zwar den Schmutz von Mauern, Brücken oder sogar Staudämmen. Für die Untere Brücke hat er zwei Arbeitstage eingeplant. Der erste lief erfolgreich, heute geht es weiter: "Es ist heute super gelaufen, genau wie geplant", sagte Dauven am Freitagabend. "Morgen machen wir das letzte Drittel."

Dauven hat sich für viele verschiedene Gesichter als Motive entlang beider Seiten der Unteren Brücke entschieden. Für jedes hat er eine eigene Schablone entworfen, damit der Schmutz nur dort weg geht, wo er weg soll. "Wir wussten nicht genau, wie es mit dem Anbringen der Schablonen an der Brücke klappt. Das war für uns Neuland." Mit den Gesichtern wolle er die Rolle der Brücke für das moderne Leben in der historischen Welterbestadt verdeutlichen. Die Aufmerksamkeit für seine Arbeit ist ihm sicher, wo doch täglich unzählige Touristen und Studenten die Brücke nutzen. Schon direkt nachdem die Brücke am späten Freitagnachmittag wieder freigegeben wurde, löcherten einige Passanten Dauven mit der Frage nach dem Grund der Sperrung.


Nicht für die Ewigkeit

Das Zentrum Welterbe Bamberg hatte Dauvens Arbeit an der Unteren Brücke in Kooperation mit dem "Franz Kafka Arbeitskreis für künstlerischen Antrieb" initiiert. Ebenfalls mit dabei ist die Firma Kärcher, die bereits ein bundesweites Modellprojekt zur Reinigung von Welterbestätten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Unesco-Kommission umgesetzt hat.

Mit dieser Art von Kunst im öffentlichen Raum ist Dauvens Werk ein weiteres Element der Feierlichkeiten im 25. Welterbe-Jubiläumsjahr. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu anderer Kunst, zum Beispiel den Großplastiken des Portugiesen Rui Chafes, die derzeit an mehreren Stellen in der Stadt stehen: Dauvens Arbeit ist vergänglich. Mit der Zeit wird der Schmutz wieder an die Untere Brücke zurückkehren und die Gesichter langsam, aber sicher, verschwinden.

"Erfahrungsgemäß dauert das drei bis vier Jahre", sagt Dauven. Vielleicht spiele auch der Fluss bei der Lebensdauer eine Rolle. "Verblassen" wäre aber das falsche Wort. "Verdunkeln" trifft es wohl eher.