Samstagabend 20:45 Uhr vor dem Schlenkerla. Mal wieder staute es sich und ein Vorkommen war kaum möglich. Man hatte das Gefühl einen Schritt vorzugehen und zwei zurück. Doch interessant wie unterschiedlich die Menschen mit dem Gedränge umgingen. Da rief die Mutter zum Vater: "Robert, hast den Kleinen?" Ein anderer erklärte seiner Frau: "Des is blos am Schlenkerla, donoch geht es wieder schneller." Und ein Unbekannter schrie seinen "Staufrust heraus: "Verdammt, es gibt fei noch mehr Bier als nur des Schlenkerla."

Diese Momentaufnahme zeigt, dass auch am dritten Tag der Sandkerwa der Besucherstrom nicht abriss. Mitten im Getümmel drängten sich auch vier Musiker mit ihren übergroßen Alphörnern. Erstaunlich zum einen wie sie die meterhohen Hörner durch die Menschenmenge bugsierten und zum anderen, dass es ihnen immer wieder gelang für ihre Hörner einen Platz zu schaffen, wo sie diese bespielten.

Große Anziehung übte auch die Auffahrt der geschmückten Boote aus, die von einem Feuerwerk und fetziger Musik aus der Konserve begleitet wurden. Gezündet wurde es auf einem fahrenden Schelch, welches sich von Markusbrücke in Richtung Altes Rathaus bewegte. Im Wechsel dazu wurden aber auch Feuerwerkskörper vom Schiff aus in Höhe des Kranens gezündet. Mit über zwanzig Minuten Länge, dauerte es fast doppelt so lang wie das morgige Abschiedsfeuerwerk, welches wieder vom Michaelsberg gezündet wird.


Sandkerwa-Sonntag fiel ins Wasser


Lediglich das Fischerstechen und der Sandkerwa-Sonntag fielen buchstäblich ins Wasser. So wurden beim Fischerstechen dieses Jahr alle nass: die Fischerstecher, die Bootsfahrer und die Zuschauer. Erfreulich jedoch, dass trotzdem eine ansehnliche Menge an Besuchern kamen und dass Dominik Kropf von der Unteren Fischer- und Schifferzunft seinen Titel aus dem letzten Jahr verteidigen konnte. Im Endkampf besiegte der junge Fischerstecher aus Bamberg Karl Randler von den Schlierseer Buam, der selbst schon acht oder neun Mal den Sieg davon trug. Der kürzeste Kampf dauerte heuer keine fünf Sekunden. Insgesamt kämpften 16 Stecher aus fünf Mannschaften um den Pokal. Darunter auch das Urgestein Georg Seemüller aus Schliersee. Der 72-Jährige, der eine der ersten Schlieseer war, die in Bamberg kämpften, sprang noch einmal ein, da sonst die Mannschaft zu dezimiert gewesen wäre. Unter die ersten vier kam der erfahrene Fischerstecher allerdings nicht mehr. Denn den Kampf um Platz Drei trugen Andreas Gugel von der Fischerzunft Würzburg und Hans Most von den Schlierseer Buam aus. Wobei Gugel gewann, Most hingegen ging "baden".

Beim Schülerstechen sicherte sich Daniel Deuber von der Unteren Fischer und Schifferzunft den ersten Platz. Sven Neubauer vom Faltbootclub wurde Zweiter und Paul Randler aus Schliersee wurde Dritter. Den Sieg im Jugendfischerstechen trug Johannes Beetz von der Bamberger Fischerzunft davon. Mit dem Zweiten Platz vorlieb nehmen musste Felix Steiner vom Domchor. Drittplatzierter wurde Julius Trunk.