Interkommunale Zusammenarbeit heißt heute das Schlagwort, so auch am Montag in der Marktgemeinderatssitzung, wo es darum ging, mit der Nachbargemeinde zusammenzuarbeiten. Wie Bürgermeister Wolfram Thein dem Gremium erläuterte, bestehe nun auch beim schnellen Internet die Möglichkeit, 30.000 bis 50.000 Megabit bei der Breitbandversorgung durch eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ermershausen bei einer günstigen Finanzierung zu erhalten.

Die Förderung steigt

Stand Maroldsweisach bisher eine Höchstfördersumme von 500.000 Euro zur Verfügung, so bekommen beide Gemeinden bei einem gemeinsamen Fördergebiet zusammen eine Million Euro und zusätzlich bei der interkommunalen Zusammenarbeit nochmals 50.000 Euro. Wie Thein erklärte, wäre dies nicht die erste interkommunale Zusammenarbeit, denn die Gemeinden praktizieren diese schon zum Beispiel bei der gemeinsamen Teichkläranlage bei Birkenfeld. Durch das gemeinsame Vorgehen beim Breitbandausbau könne man alles in zwei Ausbaugebiete aufteilen, ohne Zuschüsse zu verlieren, denn der Markt Maroldsweisach hat in 17 Gemeindeteilen und Ermershausen nur in einem Gemeindeteil die Investition durchzuführen. Da bei den Bietern keine Begehrlichkeit geweckt werden soll, wurden die Zahlen erst im nichtöffentlichen Teil bekannt gegeben.

Zweiter Bürgermeister Harald Deringer befürwortete wie viele seiner Ratskollegen die Zusammenarbeit mit Ermershausen. Er schlug deshalb vor, in nächster Zeit einmal eine gemeinsame Gemeinderatssitzung in Ermershausen abzuhalten, da die Gemeinden schon auf vielen Gebieten zusammenarbeiten. Thein will das Anliegen im Auge behalten. Einstimmig plädierte dann der Gemeinderat dafür, bezüglich des Breitbrandkabels zusammenzuarbeiten. Die Angebote werden bis Ende des Jahres erwartet.

Deringer Standesbeamter

Zweiter Bürgermeister Deringer wurde zum Standesbeamten für Eheschließungen und Lebenspartnerschaften ausgebildet. Yvonne Beck wird künftig Standesbeamtin sein. Das Gremium stimmte beiden zu. Am Montag, 22. September, wird eine Gemeinderatssitzung auf dem Zeilberg stattfinden, nachdem die BAG eingeladen hat und ihre Anlage den Räten zeigen möchte.

Der Bürgermeister nahm zu Punkten Stellungnahme, die Gemeinderat Werner Thein in der vergangenen Sitzung vorlegte und geklärt haben möchte. Dabei ging es um die Umgehung der B 279 im Bereich Ermershausen, Maroldsweisach und Voccawind. Thein erklärte, dass 2015 ein neuer Bundesverkehrswegeplan erstellt wird und heute noch keine verbindliche Aussage getroffen werden kann. Dies habe ein Gespräch mit dem Staatlichen Straßenbauamt ergeben. Maroldsweisach wolle auf jeden Fall weiterhin die Umgehung. Deringer wies darauf hin, dass vor einigen Jahren die Gemeinden Ermershausen und Maroldsweisach sich für eine bestimmte Variante entschieden hätten. Er halte den jetzigen Zustand nur eine "Hinhaltetaktik".

Günter Freß bezeichnete es als eine "Sauerei hoch drei", dass bei der Flurbereinigung in Ermershausen vor über 50 Jahren bereits eine Umgehungstrasse eingeplant worden war, während bei der vor 30 Jahren begonnenen Flurbereinigung in Voccawind keine Trasse vorgehalten wurde. "Die Verantwortlichen gehören einmal an die Straße von Voccawind gebunden, dann haben sie gleich eine andere Meinung" wetterte Erhard Denninger, der auch die neue Asphaltdecke der Ortsdurchfahrt bemängelte. Die Kanaldeckel wären schlecht eingebaut und würden Lärm bei der sanierten Straße verursachen.

Es wurde auch die Abflachung der "Rehbergkuppe" an der B 279 zwischen Maroldsweisach und Ermershausen angesprochen. Die enorme Menge von anfallendem Abraum wollte man als Auffüllung einer Wiese neben dem "alten Sportplatz" und zum Auffüllen des Müllgrabens bei Voccawind verwenden, was die untere Naturschutzbehörde aber verboten habe. Nun wird nach Alternativen gesucht.

Rundfunk in der Kritik

Eine etwas außergewöhnliche Beschwerde hatte Helmut Berwind, dem es nicht gefällt, dass der Bayerische Rundfunk (BR) zu wenig aus der Region berichte und die Ballungszentren bevorzuge. Bürgermeister Thein will sich mit dem dem Sender in Verbindung setzen.