• Sascha aus Kemmern ist nach Biker-Unfall querschnittsgelähmt
  • Allmählich hat er sich von schwerem Schädel-Hirn-Trauma erholt
  • Lkw-Monteur möchte irgendwann als Bergungsleiter arbeiten
  • Kosten für den Umbau seines Wagens und eine Fahrtauglichkeitsprüfung muss er selbst tragen

"Am 10. April 2015 um 20.25 Uhr hatte mein erstes Leben ein Ende und fünf Wochen später hat mein zweites Leben begonnen." So beschreibt es der 30-Jährige im Gespräch mit inFranken.de. Zwar habe er sich in seinem neuen Alltag eingerichtet, doch manchmal - vor allem im Winter - werde es einsam, wenn er sich nicht so einfach mit seinen Freunden verabreden könne. In großem Maße hänge auch sein berufliches Glück vom behindertengerechten Umbau seines Autos ab. Ein kostspieliges Projekt

Biker aus Kemmern sitzt nach Unfall im Rollstuhl: "Kämpfe mich zurück"

Sascha liebt Fahrzeuge. So sei er früher gerne mit dem Motorrad unterwegs gewesen - doch ein kleiner Teerflicken habe sein Leben schlagartig verändert. Er sei auf einer Straße gefahren, auf der viele Schlaglöcher mit Teer ausgefüllt worden seien. "Ich kam in einer Kurve genau auf einen solchen Teerflicken und rutsche mit dem Vorderrad weg. Das konnte ich halten, aber eine Millisekunde später rutschte das Hinterrad weg. Dann landete das Motorrad gegenüber im Straßengraben und ich flog zwischen zehn und zwanzig Meter durch die Luft", erinnert er sich. 

Es sei wie beim Looping in der Achterbahn gewesen. Glücklicherweise sei er mit zwei Kollegen unterwegs gewesen. Diese hätten gleich den Rettungsdienst rufen und mit Passanten erste Hilfemaßnahmen anwenden können. Fünf Wochen habe er dann im Koma gelegen. Als er aufgewacht sei, habe er sich gefragt: "Warum kann ich nur einen Arm voll bewegen, der andere ist im Gips? Ich will meinen Fuß hochheben, aber irgendwie geht es nicht."

Die Folgen seines Schädel-Hirn-Traumas hätten ihm lange noch zu schaffen gemacht. Erst vor etwa zwei Jahren habe er sich davon richtig erholt. "Jetzt kämpfe ich mich peu à peu zurück", sagt er optimistisch. 

30-Jähriger bleibt optimistisch: "Lasse mir den Wind nicht aus den Segeln nehmen"

Ein Handbike erleichtere ihm seit einem Jahr den Alltag und bringe ihm auch in der Freizeit Freude. Mit der Mischung aus Rollstuhl und Fahrrad sei er schon 2500 Kilometer im Bamberger Raum gefahren. 

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Der Kemmerer hofft, dass sich sein Rückenmark im Lauf der Zeit selbst regeneriert, da es nur eingeengt und gequetscht sei. Er habe einen noch schlimmer verunfallten Bekannten, der inzwischen wieder stehen könne. "Ich lasse mir den Wind von den Ärzten nicht aus den Segeln nehmen."

Vor seinem Unfall hat Sascha als Fahrer beim Abschleppdienstunternehmen Auto-Galerie Badum in Bamberg gearbeitet. Sein Job fehle ihm sehr. Das langfristige Ziel des ehemaligen Abschleppwagenfahrers: als Bergungsleiter wieder ins Berufsleben einsteigen. Eine Schulung in Wuppertal hat ihm die VBA-Service GmbH für nächstes Jahr schon zugesichert. Sascha könnte dann bei Unfällen vor Ort sein und die Bergungen delegieren. Auch die Auftragskoordination als Disponent in einem Büro könne er sich vorstellen. Doch auch hierfür müsse er auf jeden Fall mobil sein. 

Sascha braucht Unterstützung: Ehemaliger Chef richtet Spendenkonto ein

Die Lösung sei ein Auto, das mit einem Joystick gelenkt werde. Der bereits veranlasste Umbau inklusive Fahrtauglichkeitsprüfung solle 80.000 Euro kosten. Diese müsse er selbst tragen. Ein Unterfangen, bei dem er auf die Hilfe anderer angewiesen sei. 

Der Kontakt zu seinem ehemaligen Chef Josef Badum sei auch nach dem Unfall nicht abgebrochen, berichtet der 30-Jährige. Der Unternehmer gründete 2017 die gemeinnützige JB-Stiftung. Diese spendete beispielsweise schon für ein Weihnachtsessen des Vereins "Menschen in Not" oder förderte Sportschulen in Moldawien. So habe Badum für seinen ehemaligen Mitarbeiter Anfang Dezember ein Spendenkonto errichtet. Hier seien bislang schon 2000 bis 4000 Euro eingegangen. 

Die Daten des Spendenkontos:

  • IBAN: DE54770620140100075752
  • Kennwort: Schneeweiß-Mobil

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