Mit immer größerem Interesse schaue ich mir Babyfoto-Galerien an. Welchem dieser - manchmal in bizarre Schlafhaltungen zurechtgeknautschten - mit Stirnbändern, Tüll und Federn geschmückten Menschlein werde ich wohl in 30 Jahren einen Job anbieten (müssen)?

Wer wird mein Alltagsbewältigungshelfer sein? Wem werde ich so vertrauen, dass ich ihm meinen rechten Zeigefinger mitgeben kann, damit er für mich ein Zweipfund-Mischbrot und vier Kaisersemmeln vom selbstfahrenden Backautomaten holt, der dreimal täglich in der Ortsmitte hält?

Hinter einem Fingerabdruck wird meine Identität, inklusive Vermögen und Stützstrumpfmaße, digital zusammengefasst sein. Wehe, wenn er in die falschen Hände geriete.

Die Zeiten der 2020er-Jahre werden lange vorbei sein, als man sich Salami, perfekt gekühlt, 50-Gramm-weise ins Haus liefern lassen konnte. Wer soll nun das Zeug bringen? Alle verfügbaren Arbeitskräfte sind in anderen, lukrativeren Jobs gebunden.

Gesetzt den Fall, ich bin mit 80 Jahren noch in der Lage, mein Essen selbst zu kochen und meine Finanzen online zu regeln, aber nicht mehr fähig, weiter als zehn Meter vor die Haustür zu gehen, muss ich mir die Dienste eines der wenigen guten Geister sichern, die für große Summen kleinste Botengänge anbieten werden. Und zwar rechtzeitig.

Lara-Sophie, 3120 Gramm, 51 Zentimeter; Kirea, 2870 Gramm, 49 Zentimeter; Ömer, 3590 Gramm, 53 Zentimeter: Wir sollten uns kennenlernen!