Zu den guten Nachrichten für alle, die gern ausgehen, dürfte die von der Wiedereröffnung des historischen Bruckertshofs gehören.

Bis 1978 war das Einzeldenkmal im Stadtteil Kramersfeld ein beliebtes Ausflugslokal der Bamberger. Nach Jahrzehnten des Verfalls und einer Generalsanierung wollen der neue Hausbesitzer und sein Wirt ab 1. Mai an die Tradition anknüpfen.

Eigentümer Jörg Neumann hat seinen "Wunschpächter" für das Objekt gewonnen: Eralp Özalp, Mitbetreiber des florierenden Restaurants "Efendi" am Wilhelmsplatz. Dem seit 24 Jahren in Deutschland lebenden türkischen Wirt traut Neumann zu, dass er auch den um ein kleines Hotel ergänzten Bruckertshof ins Laufen bringen kann - freilich mit regionaler Küche.

Von türkischer Kost in einem fränkischen Biergarten hält auch Özalp nichts.
Selbst kochen wird der 48-Jährige, der seit 24 Jahren in Deutschland lebt, nicht. Ein angestellter Chefkoch soll zubereiten, was die Leute bestellen, die drinnen oder unter den alten Kastanien und Linden sitzen.

Quereinsteiger im Volkspark

Regionale Produkte und ein schöner Biergarten - darauf setzen die neuen Besitzer der Volkspark-Gaststätte: Jasmin und Simon Batz starten ebenfalls am 1. Mai.

Die Quereinsteiger aus der Mode-Branche erfüllen sich mit dem Objekt angeblich einen lang gehegten Traum. Sie wagen den Sprung ins kalte Wasser mit einem Haus, von dem sich die Stadtwerke getrennt haben, weil es deren Erwartungen nicht erfüllte.
Simon Batz glaubt an den Erfolg seines Konzepts und berichtet von einem zum Auftakt ausgebuchten Hotel.

Aus nach 153 Jahren

Den umgekehrten Weg wie Familie Batz geht Familie Lieberth vom "Englischen Garten": Sie kehrt der Gastronomie den Rücken und schließt ihr Wirtshaus, eine Bamberger Institution seit über 150 Jahren (!). Für Freunde guter Hausmannskost und für alle Vereine, die ihre Treffen in der Schweinfurter Straße veranstalteten, eine schlechte Nachricht.

Das Ende der Ära steht unmittelbar bevor: Am Montag wird Inhaber Ralph Lieberth das letzte Mal in der Küche stehen. Seine Entscheidung traf er aus "persönlichen Gründen". Näher erläutern wollte der 36-Jährige sie nicht. Woraus der Wirt kein Geheimnis macht: Er sattelt komplett um.

Lieberth hat nach eigenen Angaben lange nach einem Pächter Ausschau gehalten, der den "Englischen Garten" so fortführt, wie ihn die Stammgäste schätzen und kennen. Der Richtige war wohl nicht dabei.

Institutionen - das waren in ihrer Art auch die "schwarze Katz'" in der Lugbank und die "Galerie am Stephansberg". Beide sind schon seit einigen Monaten geschlossen. Die legendäre Absacker-Kneipe in der Lugbank ist zu, weil die Wirtin gestorben ist.

Wie es am Unteren Stephansberg weitergeht, steht momentan in den Sternen. Der letzte Betreiber, Wolfgang Müller, hört nach 15 Jahren auf. Der Scherenschnitt-Künstler will sich wieder auf sein eigentliches Metier konzentrieren, hat deshalb den Fünf-Jahres-Vertrag kein weiteres Mal verlängert. Hinter den Tresen stellen könnten sich viele, sagt er. Bilder schneiden könne kaum jemand.

Kunst statt Kneipe


Wer sein Schaffen bisher nicht kennt, kann es im Historischen Museum sehen, wo Müller zur Zeit eine Ausstellung zusammen mit dem Bamberger Fotografen Uwe Gaasch bestreitet. Weil er sich in Ruhe auf diese Präsentation vorbereiten wollte, sperrte der Künstler die Weinstube schon im März zu. "Unvorübergehend geschlossen" steht seither handschriftlich auf einem Zettel an der Tür.

Ob der ehemalige Künstler-Treffpunkt am Stephansberg eine Zukunft hat, hängt vor allem vom Sanierungsbedarf des Lokals und des Anwesens ab. "Uns liegt schon am Erhalt", sagte auf Anfrage eine Sprecherin des (kranken) Hausbesitzers. Das entscheide sich erst, wenn klar sei, wie viel investiert werden muss.

Nicht alles aus der Bamberger Gerüchteküche entspricht den Tatsachen. Sonst stünde bald ein weiteres etabliertes Speise- und Vereinslokal zur Disposition. Doch im "Tambosi" an der Promenade dementiert man die angeblich geplante Schließung: "Da ist nichts dran."