Dabei scheinen die Bauern und Gärtner im Bamberger Land noch glimpflich davon gekommen zu sein: "Unser großer Vorteil war, dass sich die Regenmengen zeitlich verteilt haben. Es ist kein Sturzbach vom Himmel gekommen, der alles weggeschwemmt hat", sagt Armin Schätzlein, beim Bauernverband Fachberater für den Ackerbau. Profitiert haben von diesem "Timing" vor allem die Getreidebauern. "Zum einen braucht das Getreide Feuchtigkeit, zum anderen sind wir vor großflächigen Überschwemmungen verschont geblieben, weil die großen Flüsse in ihren Betten geblieben sind", sagt der Direktor des Bauernverbandes Oberfranken, Wilhelm Böhmer. Man könne aber derzeit noch nicht sagen, inwieweit die Feuchtigkeit bei Weizen, Gerste, Hafer, Roggen und anderen Arten zu Pilzbefall geführt habe. Denn die lange Regenzeit habe bewirkt, dass Pflanzenschutz-Arbeiten nicht möglich waren.
"Man konnte einfach nicht in die Felder fahren", so Böhmer. Vielleicht - vielleicht - sei dieses Problem aber nicht so groß.

Gelitten haben - da sind sich Böhmer und Schätzlein einig - auf jeden Fall die Grünland-Flächen. Denn viele konnten vor der großen Flut nicht mehr gemäht werden, um das Gras zu silieren. Statt normalerweise etwa 50 Liter pro Quadratmeter fielen heuer im Bamberger Land gemessene 158 Liter. Am überschwemmten Gras befänden sich jetzt Bodenpartikel, damit sei eine Silage nicht mehr möglich. Außerdem sei das Gras dafür fast schon zu alt. "Mit jedem Tag sinkt der Eiweißgehalt, und dann funktioniert das nicht mehr". Schätzungsweise werde es noch 14 Tage dauern, bis man "wieder in die Wiesen kann", sagt Schätzlein. Sehen könne man das Wasser vor allem dort, wo ein Teil des Grases gemäht sei. Auf dem Jura, wo vor allem Kleegras angebaut werde, könne man vielleicht noch versuchen, das Gras zu Heu zu machen. "Denn das verschmutzte Gras ist auch nicht mehr zum Füttern an das Vieh geeignet".

Hart getroffen hat der kühle und nasse Mai vor allem die Spargelbauern. Litten in den vergangenen Jahren die Ernten vor allem unter Kälte und Trockenheit, gab es heuer Wasser im Überfluss. "Irgendwas ist immer", bringt der Hirschaider Spargelbauer Hans Ott die Nöte seiner Zunft auf einen einfachen Nenner. Diesmal waren die Beete teilweise mit Wasser gefüllt, so dass man längst nicht alles stechen konnte, was da wuchs. "Am Anfang nimmt der Boden das Wasser ja noch auf, aber die letzten acht Tage waren richtig kritisch", sagt Hans Ott. Der Ertrag sei auf "vielleicht noch zehn Prozent der normalen Ernte" zurück gegangen. "Luft und Wasser waren eiskalt, dazu kein Sonnenstrahl", beschreibt der Spargelbauer die Ursache auf seiner etwa 0,7 Hektar großen Sonderkultur. "Ohne Folien hätten wir da null geerntet".

Zu spüren bekamen diese Misere natürlich die Kunden. "Wir stellen schon lange kein Schild mehr 'naus und die Leute wissen natürlich, was los ist", sagt Hans Ott. "Außer Wasser staut sich deshalb auch nix, sonst wäre die Nachfrage natürlich da". Man gehe jetzt aber davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Tagen normalisiert. Vielleicht dauert die Spargelzeit heuer dafür ja etwas länger.