1939 Frauen und 2256 Kinder haben in den vergangenen 30 Jahren im Bamberger Frauenhaus Zuflucht gesucht und gefunden. Sicherheit und Ruhe sind für sie wichtiger als moderner Wohnkomfort. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) möchte dennoch die bevorstehende Generalsanierung zum Anlass nehmen, die Strukturen des Hauses endlich seiner Nutzung anzupassen.

Ehe das Gebäude - es gehört der katholischen Kirche - 1986 zum Frauenhaus wurde, war es eine Art Internat. Bis heute hat sich laut Frauenhaus-Leiterin Ursula Weidig an der alten Raumaufteilung wenig geändert. Entsprechend provisorisch mutet vieles an, von den sanitären Einrichtungen bis zum Kinderbereich. Auch wenn sich alle Bewohnerinnen angeblich klaglos mit den Gegebenheiten arrangieren: Diplom-Sozialpädagin Weidig nennt auch fachliche Gründe für den geplanten Umbau.

Bei einem Rundgang legte sie auch dar, warum der SkF sein Raumkonzept nur mit Hilfe von Spenden wird verwirklichen können: Man habe kein Budget für Investitionen, die über die Betriebskosten hinausgehen.

Die Generalsanierung der Immobilie wird laut Weidig das Erzbischöfliche Ordinariat zahlen. Der Trägerverein muss für die Einrichtung der drei geplanten Wohngruppen aufkommen. Auf jeder Ebene soll eine in sich geschlossene Einheit für drei bis vier Frauen und deren Kinder geschaffen werden, bestehend aus einem Zimmer für jede Bewohnerin sowie gemeinschaftlichen Sanitäranlagen und einer großen Wohnküche. SkF-Geschäftsführerin Brigitte Randow beziffert die Investitionen auf wenigstens 80 000 Euro.


Beratung und Begleitung, aber keine Betreuung

Warum Wohngruppen statt der bislang über das ganze Haus verteilten Zimmer? Sie würden den Frauen und ihren Kinder mehr Privatsphäre ermöglichen und mehr Selbstständigkeit abverlangen, sagt Weidig: "Unser ganz großes Ziel ist es ja, die Frauen nicht in neue Abhängigkeiten zu bringen." Es sei wichtig, dass sie den Alltag im Frauenhaus möglichst eigenverantwortlich meistern. Immerhin: Manche leben dort ein Jahr und länger. Die Haupt- und Ehrenamtlichen leisten Beratung und Begleitung, verstehen sich aber nicht als Betreuerinnen.

Eine zentrale Rolle im künftigen Raumkonzept spielen Wohnküchen. Sie sollen so geräumig sein, dass die Frauen einer Gruppe darin gemeinsam kochen und zusammensitzen und ihre spielenden Kinder beaufsichtigen können. Bisher gibt es zwei Arbeitsküchen, die räumlich weit vom sogenannten Kinderbereich getrennt sind. Es ist zwar ein schön ausgestattetes Kinderhaus im Hof des Anwesens vorhanden; doch das ist nur tagsüber und stundenweise offen, wenn die Erzieherin da ist. Insofern kommt den Wohnküchen eine wichtige Aufgabe für das Familienleben der Frauen zu, wie Ursula Weidig betont.


Eine Waschmaschine für alle

Alle noch brauchbaren Möbel will man wiederverwenden. Um zusätzliche Anschaffungen wird der Trägerverein aber nicht herumkommen. Beispielsweise gibt es für zehn Frauen und ihre Kinder nur eine einzige Waschmaschine und einen Trockner.


Die Spendenaktion