Es war ein großer Tag für den Heinershof! Nach zweijähriger Bauzeit wurde in Stolzenroth der neue Schulbauernhof - eine bislang einmalige Einrichtung in ganz Nordbayern - offiziell seiner Bestimmung übergeben. Dazu war viel Lokalprominenz herbei geeilt, denn für das Vorhaben war von verschiedensten Seiten finanzielle Unterstützung geflossen. Eine besondere Stelle nahm Staatssekretärin Melanie Huml (CSU) ein, die als Projektpatin den Schulbauernhof zu ihrer Herzensangelegenheit gemacht hatte.

"Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt", eröffnete Tina Sickmüller, Geschäftsführerin und Chefin des Heinershofs, ihre Begrüßung. Seit der Grundsteinlegung in der ehemaligen Scheune des Anwesens seien viele Schritte gegangen worden. Die Notwendigkeit der Arbeit habe sich bereits mit den ersten Schulklassen gezeigt. "Etliche Kinder haben zum ersten Mal Getreidekörner in die Hand genommen.
Einige haben zum ersten Mal eine richtige Kuh gesehen."

Eine Aufgabe des Schulbauernhofs sei es, die Kinder für die Landwirtschaft zu begeistern. Dann lag es ihr am Herzen "danke" zu sagen: Allen voran galt ihr Dank Melanie Huml, "deren Unterstützung wir bei allen Schritten der Projektentwicklung gespürt haben" und Landrat Günther Denzler, dem Vorsitzenden der LAG-Region Bamberg, "der maßgeblich daran beteiligt war, dass sich die Türen geöffnet haben". Neben vielen "offiziellen" Unterstützern und Ratgebern dankte Sickmüller insbesondere den vielen freiwilligen Helfern, "ohne die dieses Projekt nicht zu stemmen gewesen wäre".

"Ein geeigneter Lernort zur Umweltbildung" ist für Projektpatin Huml der Schulbauernhof. Im Vordergrund stünden ganzheitliches Lernen, bei dem möglichst viele Sinne angesprochen werden, sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins durch Erfolg. So, wie man die gelebte Nachhaltigkeit auf dem Heinershof treffend bezeichne: Mit Kopf, Herz und Kartoffel!

Attraktives Ferienprogramm

Für Kinder der dritten bis sechsten Klasse laufe in diesem Jahr noch ein aktuelles Umweltbildungsprojekt auf dem Heinershof an. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf der Nutzung regenerativer Energien, die mit der Anwendung verschiedener Techniken verdeutlicht werde. Außerdem biete der Heinershof ein attraktives Ferienprogramm an, das von "einmal Bauer sein" bis zur Führung "In Heiners Garten liegt ein Schatz" reicht.
Der Heinershof habe eindeutig Pilotfunktion, sagte als Vorsitzender der LAG Bamberg Landrat Denzler. Hier würden die Kinder für die heimischen Produkte sensibilisiert, sie würden in vielen Bereichen selbst anpacken oder bei Ausflügen und Unternehmungen Natur und Kulturschätze kennenlernen.

Der Schulbauernhof sei eines der größten Projekte der LAG Bamberg. Künftig sei er
ein Anziehungspunkt für Schüler und Lehrer, an dem das Lernen spannend sei und Spaß mache. Am späten Nachmittag wurde etwa zehn Gehminuten vom Hof entfernt ein neues Marterl gesegnet. Es wurde von Tina Sickmüller, die den Beruf der Steinmetzin gelernt hat, und ihrem ehemaligen Chef Konrad Götz gestaltet. Im Kapitell zeigt es die Schutzheiligen Heinrich (wegen des ehemaligen Hofeigentümers Heiner) und Kunigunde, dazu die heilige Margareta und den heiligen Franziskus.