Der 55-jährige Hausbewohner hatte noch versucht, den Zimmerbrand im ersten Stock des älteren Anwesens selbst zu löschen. Ohne Erfolg. Als die alarmierten Feuerwehren aus Schönbrunn und Umgebung anrückten, stand bereits das gesamte Gebäude in Flammen. Der Mann wurde mit einer Rauchgasvergiftung ins Klinikum gebracht. Über 120 Einsatzkräfte - Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst - bekämpften den Brand. Die Situation war laut Kreisbrandinspektor Friedrich Riemer insofern prekär, als an das betroffene Haus ein weiteres angrenzte und sich in unmittelbarer Nähe auch eine Scheune befindet. Eine besondere Herausforderung stellten auch die 27 Würgeschlangen im Haus dar.

Nach der Alarmierung um 7.34 Uhr stand praktisch der gesamte Ortskern um die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in schwarzen Rauchwolken. Riemer beschreibt die Sichtverhältnisse als äußerst schwierig. Besondere Vorsicht sei wegen der dicht bebauten Ortsmitte rund um die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt geboten gewesen.
Das Feuer selbst hatte sich innerhalb kürzester Zeit von einem Zimmerbrand im Obergeschoss zu einem Vollbrand entwickelt. Die Flammen fraßen sich durch die Holzdecke ins Dach, das sofort brannte.

Die beengten Verhältnisse im Ortskern erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte, die unter anderem mit einer Drehleiter anrückten. Als eine weitere Besonderheit dieses Einsatzes nennt der Kreisbrandinspektor die Haustiere des 55-jährigen Hausbewohners: 27 Würgeschlangen, die in verschiedenen Terrarien untergebracht waren. Hier hatte man jedoch insofern Glück, als der Nachbar Willi Seuling wegen Löschwassers in seinem Anwesen kontaktiert worden war. Denn Seuling hält seinerseits Schlangen und konnte für die Rettung der Tiere im Brandhaus gewonnen werden. Begleitet von Brandfahndern der Kriminalpolizei holte er nach eigenen Angaben gut 15 Tiere lebend aus dem Anwesen.

"Ich habe auch viele tote Schlangen gesehen", teilte er auf Nachfrage mit. Bei einem Bekannten des Hausbewohners können die geretteten Tiere vorübergehend unterkommen. Darüber ist neben Kreisbrandmeister Albert Tornau eine Vielzahl der Einsatzkräfte froh. "Heute tritt besonders das ein, was wir in der Ausbildung immer sagen: Wir wissen nie, was wir antreffen", kommentiert KBI Riemer.

Den ganzen Tag über hielten Feuerwehrleute Wache und nach Glutnestern Ausschau. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen, die Höhe des Schadens schätzt die Polizei auf 100 000 Euro.