• Restaurant Frei'lich in Hallstadt kämpft mit Absagen - wegen neuer Corona-Verordnungen
  • "Es ist ein Chaos": Inhaber gibt "Verordnungskarussell" die Schuld für zahlreiche Absagen
  • Noch schlimmer als Absagen sei "No Show: Die Tische bleiben leer, wenn jemand nicht kommt"

Das Restaurant Frei'lich in der Bamberger Straße in Hallstadt muss aktuell viel aushalten: "Wir arbeiten derzeit mit Absagen oder No Show, was bedeutet, dass einfach niemand kommt", erklärt Inhaber Sandro Lambiase. Zwar sagen die Meisten wenigstens Bescheid, "die Abwärtsspirale ist derzeit aber schon deutlich zu sehen."

Corona-bedingte Absagen: Frei'lich in Hallstadt kämpft mit "Chaos"

Die Absagen seien, so Lambiase, vor allem auf die Unwissenheit der Menschen zurückzuführen. "Dieses Verordnungskarussell ist kritisch. Die Leute wissen einfach nicht mehr, was wirklich gilt. Wir bekommen so viele Anrufe mit Anfragen, wie es aktuell Corona-technisch überhaupt abläuft."

Das "Verordnungskarussell" und seine Folgen stellen das Restaurant vor große Probleme: "Wir haben einen guten Reservierungsandrang. Die Leute bestellen ihre Tische meist schon zwei oder drei Wochen vorher. Wenn in Bamberg von heute auf morgen die Ampel umspringt, ist es klar, dass das im Chaos endet." Die Umstellung von Schnelltests auf verpflichtende PCR-Tests sei für viele Personen einfach unwirtschaftlich. Zuletzt ist in Bamberg ein 12-Punkte-Plan in Kraft getreten, den der Corona-Krisenstab am Donnerstag (11. November 2021) beschlossen hat.

"Wir achten extrem auf die Vorgaben und lassen niemanden rein, der keinen Nachweis vorlegen kann. Viele Reservierungen werden mit der neuen 3G+-Regel deswegen storniert oder nicht eingehalten und viele Tische bleiben einfach leer", so Lambiase. Auch, wenn man das Restaurant als ungeimpfte und nicht genesene Person weiterhin mit PCR-Tests betreten darf, arbeite das Frei'lich zumindest praktisch mit der 2G-Regelung. "Seit Sonntag gilt 3G+, seitdem haben wir ca. 600 Gäste bedient - kein einziger Mensch aber ist seitdem mit einem PCR-Test angekommen." 

Frei'lich in Hallstadt weiß, was hilft: "Ordentliche Aufklärungsarbeit"

"Wir leiden jetzt schon fast zwei Jahre unter der Pandemie", sagt der Inhaber des Frei'lich. "Viele nehmen die Lage gar nicht mehr richtig wahr. Das Thema Corona ist über den Sommer ja auch ein bisschen eingeschlafen und mit den letzten Wochen hat ja auch niemand gerechnet, vor allem nicht so schnell", erklärt Lambiase und meint damit die extrem angestiegenen Corona-Zahlen in Franken und nicht zuletzt in ganz Deutschland.

Was gegen die vielen Absagen, die Unsicherheit und das "Verordnungskarussell" helfen könne, sei "ordentliche Aufklärungsarbeit", so Lambiase. "Es wird natürlich informiert, aber nicht alle haben die Kanäle, auf denen sie mitbekommen, was los ist." Der Restaurantbetreiber hoffe, dass sich alles schnell einpendelt und im Frei'lich wieder ein "normaler" Betrieb herrsche.

"Wenigstens passiert es sehr selten, dass wir jemanden wegschicken müssen. Der Impfpass gehört mittlerweile zur Hosentasche wie der Geldbeutel, die Leute haben sich daran gewöhnt." Ganz besonders bewundernswert findet der Inhaber: "Dass die ältere Generation sich damit wirklich gut arrangiert hat und die meisten ihren Nachweis auf dem Handy haben. Da kommen eher die Jüngeren mit einem gelben Impfpass in der Hand".

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