In der Kürze liegt die Würze unserer schnelllebigen Zeit. Das erkannte schon der 22-jährige IT-Techniker Neil Papworth, der am 3. Dezember 1992 die erste SMS der Geschichte mit dem schönen Text "Merry Christmas" an einen Vodafone-Manager schickte. Heute werden statt SMS lieber WhatsApp-Nachrichten verschickt, viele kommen mit deutlich weniger Worten und dafür umso zahlreicheren Bildern aus.
Daten-Archäologen, die in ferner Zukunft diese Botschaften ausgraben werden, tun sich wohl ähnlich schwer wie einst die Entschlüssler der Hieroglyphen. STIMST heißt "Stehe im Stau", ZUMIOZUDI steht offiziell für "Zu mir oder zu Dir?". Viel leichter zu verstehen sind Smileys und so genannte Emojis, die als Bildschriftzeichen international und zeitlos für Lachen, Weinen oder Küssen stehen. Das ehrwürdige Oxford Dictionary ging nun sogar so weit, ein lachendes Smiley-Gesicht mit Freudentränen als Großbritanniens Wort des Jahres zu küren. Ohne Worte.
Zumindest sind Emojis unanfällig für Rechtschreibfehler, allenfalls ein falsch gesetztes Lächeln kann zu Irritationen führen. Oder vermeintlich alles rechtfertigen. Denn wie ein emsiger fränkischer Online-Kommentator einst anmerkte: "Wenn ich a Grinsegsichtla dahinter mach', nimmt's scho kanner so ernst." ;-)