Er verzaubert sein Publikum mit Bildern aus dem Spektrum des Lichts: Norbert Götz, der vor drei Jahrzehnten das "Theater der Schatten" gründete und in Bamberg seit zehn Jahren 1000 Jahre der Weltkulturerbestadt in "Licht und Schatten" bannt. Zwei runde Geburtstage, anlässlich derer sich der Wahlfranke einen Herzenswunsch erfüllt: "Ich werde zum Erzähler, um Geschichten weiterzugeben, die mich in meinem Leben tief berührten."

Im Überfluss
Es war die Kassette einer Kollegin, die Götz vor Jahren schon auf die Idee brachte, die er ab 21. November nun an vier Abenden im Palais Schrottenberg realisiert. "Auf dem Band wurde unter dem Titel ,Was ist genug?' eine Geschichte als Geschichte in der Geschichte und einer weiteren Geschichte erzählt." Die Frage ließ Götz nicht mehr los, der darüber zu philosophieren begann, was es in der heutigen Zeit im Überfluss gibt und woran es der Informationsgesellschaft mangelt. Darum ranken sich die Erzählungen, die der Künstler dem Publikum präsentiert: Erzählungen, die Götz seit der Kindheit sammelte, ja sich sogar von Freunden zum Geburtstag schenken ließ.

Große Übersättigung
Ein gewaltiger Fundus sammelte sich auf diese Weise beim Schattenspieler an - jenseits der altbekannten Märchen, Sagen und Legenden. Mit Geschichten, die Götz unter die Haut gingen, möchte der Künstler sein Publikum nun überraschen, inspirieren und zum Philosophieren fern der Alltagshektik bringen. "Ich erlebe heute eine große Übersättigung", sagt der Wahlbamberger angesichts der Informationsflut des 21. Jahrhunderts. Facebook, Twitter - was gäbe es nicht alles, "das unsere Kommunikation vervielfältigt, gleichzeitig aber oberflächlicher werden lässt: Wir sind satt und dennoch nicht befriedigt." Mit alten, oft noch von Mund zu Mund überlieferten Geschichten will der Schattenspieler den "Hunger nach Seelennahrung" stillen: Geschichten von wahrer Liebe, vom Kampf ums Überleben, bitterer Armut und wirklichem Reichtum. Zum Stoff einer fantastischen Erzählung wird selbst ein einfacher Mantel als Gesellenstück eines Schneiders. Um dabei letztendlich zu zeigen, wie leicht es ist, falschen Idealen zu folgen und somit am wahren Glück vorbeizugehen.




Besondere Magie
"Gerade der Herbst ist eben die Zeit, in der wir nach Innen blicken und somit ganz traditionell die Zeit des Geschichtenerzählens", meint Götz. Dementsprechend freut er sich auf die vier Abende, um dabei einmal nicht Bilder aus Licht und Schatten entstehen, sondern nur seine Stimme erklingen zu lassen. "Ich habe ja selbst viele Erzähler auf der Bühne gehört und die besondere Magie der besten von ihnen gespürt."

Und wie geht's nach den zehn Jahren "Licht und Schatten in Bamberg" weiter? "Dieses Stück wird es geben, solange ich auf der Bühne stehen kann", sagt Götz. Aber auch andere Geschichten will der Künstler weiterhin inszenieren: Wer sich darüber informieren möchte, muss nur auf seine Homepage klicken.


Termine

Geschichten um die Frage "Was ist genug?" erzählt Norbert Götz am 21./22. und 28./29. November jeweils ab 20 Uhr im Bamberger Palais Schrottenberg (Kasernstasse 1). Karten gibt's im Vorverkauf bei Collibri