Bamberg
Geschichte

Gedächtnislücke wird gefüllt

Eine neue Gedenktafel erinnert an das ehemalige Klarissenkloster am Schillerplatz. Die Kaiser-Heinrich-Gilde hat die farbige Tafel gestiftet.
Franz Kohlschein (links) und Werner Zeißner vor der Gedenktafel am Gesindehaus des ehemaligen Klarissenklosters Foto: mkh
Franz Kohlschein will sich mit der Gedächtnislücke vieler Bamberger nicht abfinden. Der rührige Priester und emeritierte Professor für Liturgiewissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an das ehemalige Klarissenkloster (1340 bis 1803) am Schillerplatz aufzufrischen. Nur das Gesindehaus ist vom Kloster übrig geblieben. Das Monasterium wurde in der Säkularisation aufgehoben, die letzten größeren baulichen Überreste wie die Kirche fielen in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Abrissbirne zum Opfer.

"Ich möchte das religiös-kulturelle Gedächtnis in Bamberg lebendig halten", erklärt Franz Kohlschein. Als Gedächtnisstütze initiierte er eine Gedenktafel, die jetzt am früheren Gesindehaus angebracht wurde: eine kolorierte Zeichnung von 1742, die eine Vorstellung vom weitläufigen Ensemble des Klosters St. Klara gibt.
Der katholische Männerverein "Kaiser-Heinrich-Gilde", dem Franz Kohlschein angehört, stiftete die Gedenktafel anlässlich seines 60-jährigen Bestehens in diesem Jahr. Gilde-Mitglied Norbert Ruß, Vorsitzender des Historischen Vereins Bamberg, sorgte für die Durchführung des Projektes. Auch Werner Zeißner, Vorsitzender der Kaiser-Heinrich-Gilde, unterstützte das Vorhaben tatkräftig.

Der erläuternde Text auf der Tafel geht neben den historischen Fakten auf die beiden Klarissen ein, die "wegen ihrer Frömmigkeit und Nächstenliebe im Ruf der Heiligkeit" starben, nämlich die Klostergründerin Katharina Zollner (ca. 1327 bis 1375) und die hochadlige Äbtissin Dorothea von Brandenburg (1471 bis 1520). "Die beiden Frauen verdienen es, in den Bamberger diözesanen Heiligenkalender aufgenommen zu werden", meint Franz Kohlschein. Derzeit "fehlen sie noch darin", weiß er. Demnächst will er bei Erzbischof Ludwig Schick einen entsprechenden Vorstoß angehen: "Die beiden heiligen Nonnen haben das verdient."
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