"Jeder Mensch hat Grenzen": Restaurant bei Bamberg erneut Opfer von Vandalen

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Hallstadt: Restaurant Rhodos zum achten Mal Opfer von Vandalen
Im Biergarten des Restaurants Rhodos in Hallstadt sind nach Angaben des Betreibers zum achten Mal die Lichterketten zerstört worden.
Gemütliches Lokal mit Holztischen und Stühlen, dekoriert mit Bildern an weißen Wänden, modernen Lampen und Pflanzen. Ideal für gesellige Runden oder entspannte Mahlzeiten.
Restaurant Rhodos (Archivbild)

Ein Lokal bei Bamberg ist von Vandalen heimgesucht worden - und das keineswegs zum ersten Mal. Dem Wirt reicht es jetzt: Mit einer klaren Botschaft wendet er sich an die Öffentlichkeit.

Achtmal. Achtmal wurden die Lichter im Biergarten des griechischen Restaurants Rhodos in Hallstadt mutwillig zerstört. Was nach einer nüchternen Blaulichtmeldung klingt, ist für Betreiber Angelos Kostopoulos und sein Team längst zu einer emotionalen Dauerbelastung geworden. Nach dem jüngsten unliebsamen Vorfall verschafft der Gastronom seinem Ärger nun Luft. "Warum mache ich das alles?", fragt sich Kostopoulos in einem ausführlichen Statement in den sozialen Netzwerken.

Die Antwort darauf ist ebenso schlicht wie eindrücklich: aus Leidenschaft. Für ihn sei Gastronomie nicht nur ein Beruf, sondern Verantwortung, Hingabe und ein Versprechen an die Gäste. Diese Worte stehen exemplarisch für eine Branche, die seit Jahren unter Druck steht - und doch oft unterschätzt wird. Lange Arbeitszeiten, hohe Investitionen, Personalmangel und wachsender Wettbewerb gehören längst zum Alltag vieler Gastronomen. Hinzu kommen steigende Kosten und stetig wachsende Erwartungen der Gäste.

Restaurant Rhodos in Hallstadt: Wirt äußert sich zu Vorfällen - "versuchen, uns zu schaden"

Auch im Rhodos sei investiert worden, wie der Wirt erklärt: in Qualität, in Weiterbildung, in den Biergarten, in das Team - und nicht zuletzt in die Gäste. Der Betrieb versteht sich als Teil der Gemeinschaft. "Wir unterstützen Vereine, Organisationen und Menschen, die Hilfe brauchen - nicht für Aufmerksamkeit, nicht für Werbung, sondern weil wir davon überzeugt sind und weil es für uns selbstverständlich ist. Und trotzdem gibt es zwei oder drei Menschen, die immer wieder versuchen, uns zu schaden", postet Kostopoulos.

Zerstörte Kabel sind dabei offenkundig nur die sichtbare Spitze eines Problems, das laut Schilderungen des Wirts tiefer geht. "Es wurden falsche Bewertungen auf Google und Facebook veröffentlicht. Menschen wurden gezielt beeinflusst, um unserem Ruf zu schaden. Es wurden Beschwerden eingereicht, die Polizei gerufen und sogar Behörden und das Gewerbeaufsichtsamt zu uns geschickt", schreibt Kostopoulos auf Facebook.

Obwohl die Verantwortlichen des aktuellen Vandalismus-Vorfalls offenbar bekannt sind und Kamerabilder vorliegen, verzichtet das Restaurant bislang bewusst darauf, diese öffentlich zu machen. Aus Rücksicht auf Familien und das Umfeld der mutmaßlichen Täter.

Der Rhodos-Betreiber macht zugleich deutlich, dass die Situation in dieser Form nicht länger tragbar ist. "Jeder Mensch hat Grenzen", heißt es im Statement. Diese sind inzwischen offenkundig erreicht. Die Botschaft ist klar: "Wenn diese Grenze erneut überschritten wird, werden wir konsequent handeln und alle notwendigen Schritte einleiten", schreibt der Wirt.

"Lasst euch nicht unterkriegen": Gäste ermutigen Lokalbetreiber zum Weitermachen

Die Reaktionen in den sozialen Medien bestehen größtenteils aus Zuspruch für den Wirt. Gäste, Nachbarn und Unterstützer zeigen sich solidarisch, loben die offene Haltung und ermutigen das Team, weiterzumachen. Viele betonen die Qualität des Angebots und die besondere Atmosphäre des Restaurants. "Lasst euch nicht unterkriegen, euer Essen ist hervorragend", hält ein Facebook-Nutzer auf der Facebook-Seite des griechischen Lokals fest. Auch in einer Leser-Umfrage von inFranken.de schaffte es das Rhodos in Hallstadt auf die Liste der sieben besten Restaurants in und um Bamberg.

Gleichzeitig wird in den Gäste-Reaktionen im Netz aber auch deutlich: Die Geduld der Community hat Grenzen. In zahlreichen Kommentaren wird dazu geraten, die Vorfälle konsequent zur Anzeige zu bringen. Mehrfach wird darauf hingewiesen, dass Täter ohne spürbare Konsequenzen ihr Verhalten fortsetzen könnten. "Es ist ja löblich, dass ihr an das Gute im Menschen glaubt", schreibt ein Mann etwa, "aber wenn ihr Beweise habt, dann nichts wie ab zur Polizei damit."

Aus Sicht des Gastwirts bleibt die Botschaft am Ende vor allem eine des Durchhaltens. "Wir machen weiter. Stärker als zuvor", so Kostopoulos. "Denn genau dafür steht das Restaurant Rhodos in Hallstadt", schließt der Wirt.