Gedränge in den Gassen der Bamberger Innenstadt. Frauen mit Kinderwagen, Kaffeetrinker am Straßenrand und sich vorbeischlängelnde Radfahrer machen das schnelle Vorwärtskommen in der Austraße beinahe unmöglich.

"Die Straße ist einfach zu eng", sagt Elfriede Eichfelder. Für das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs (Arge) ist das nur eine von mehreren Stellen in Bamberg, mit denen ältere Fußgänger zu kämpfen haben.

Fußgänger kritisieren: Austraße ist einfach zu eng

Die 75-Jährige ist mobil eingeschränkt, braucht einen Gehstock und kann auch damit nur kurze Strecken am Stück laufen. Auf FT-Nachfrage listet die frühere Stadträtin mehrere Bamberger Ecken auf, die besonders problematisch für sie sind. In der Austraße komme es zum Beispiel immer wieder zu Konflikten zwischen Fußgängern, Radfahrern und Kaffeetrinkern. Auf die kleinen Cafés mit ihren Sitzplätzen im Freien will Elfriede Eichfelder im Sommer aber bestimmt nicht verzichten. "Diese machen ja das Flair der Straße erst aus."

Die Austraße ist zwar eine Fußgängerstraße, für Radfahrer allerdings frei. Für das Raumproblem müsse ein Konzept gefunden werden, das zu allen Verkehrsteilnehmern passe. "Man könnte zum Beispiel die Fußgängerzone bis in die Austraße erweitern", schlägt Eichfelder vor.

Auch auf der Unteren Brücke würde sie es begrüßen, wenn Fahrräder geschoben werden würden. "Die Durchfahrt für Fahrradfahrer kann zum Beispiel auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt werden, wie in der Hauptfußgängerzone am Maxplatz", ergänzt Wolfgang Budde (67), der Vorsitzende der Arge.

Brennpunkt Untere Brücke: Fahrradfahrer absteigen?

Doch Eichfelder und Budde sehen nicht nur Luft nach oben beim Zusammenspiel zwischen Radfahrern und Fußgängern. Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht der Arge auch beim ZOB, wo besonders viele Stolperfallen lauern. Diese würden besonders für ältere Bürger Risiken bergen.

Auch am Domplatz sei es für Senioren schwierig, sich fortzubewegen, da dieser auch noch abschüssig ist. Vor allem der Weg zum historischen Museum über die alte Hofhaltung sei für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl eine große Herausforderung. Im Museum selbst sei zwar alles barrierefrei, doch das nütze nichts, wenn der Weg bis dahin nicht alleine zu bewerkstelligen ist. "Der Weg zu den barrierefreien Toiletten ist für Menschen mit starken Geheinschränkungen nicht ohne Hilfe begehbar", sagt Eichfelder.

Ein anderes Problem für Fußgänger stelle die Ampelschaltung am Fuße des Kaulberges dar. "Dort steht man sich die Beine in den Bauch", sagt Wolfgang Budde. "Die Entscheidungen für den Verkehrsfluss gehen oft zu Lasten der Fußgänger."

Barrierefreies Bamberg

In der Keßlerstraße und am Grünen Markt hingegen sei schon einiges passiert. Der Weg zwischen Obstmarkt und dem Alten Rathaus sei gut zugänglich. Auch von der Unteren Brücke zum Dominikanerbau sei die Straße schon gut ausgebaut. Die Sandstraße, die seit ein paar Jahren ein verkehrsberuhigter Bereich ist, sei durch das teilweise gesägte Pflaster ebenfalls ein positives Beispiel. An der neuen Residenz wurde ebenfalls gesägtes Kopfsteinpflaster verlegt, bis hin zum Rosengarten. Dies beweise, dass ein historisches Straßenbild durchaus mit barrierefreien Wegen vereinbar sei.

Budde lobt auch den Entsorgungs- und Baubetrieb (EBB) der Stadt Bamberg. Die Bürgersteige mit verlegten Platten seien gut, allerdings würden diese jeden Winter etwas locker werden. Das Team des EBB geht diese Wege ab und befestigt die Platten erneut. "Die Stadt ist auf einem guten Weg", sagt Budde. Bis ganz Bamberg fußgängerfreundlich und barrierefrei ist, werde es allerdings noch etwas dauern.