"Fahrgäste” wie diesen wünscht sich niemand: Ein 22-jähriger Mann hat am späten Mittwochnachmittag in einem Stadtbus der Linie 910 und beim anschließenden Fluchtversuche gleich mehrere Straftaten begangen, für die er sich wird verantworten müssen.

Los ging es nach Polizeiangaben damit, dass der junge Mann einen weiblichen Fahrgast belästigt hatte. Als der Fahrer (51) der Frau zu Hilfe kam und mit seinem Handy die Polizei rufen wollte, kassierte er von dem 22-Jährigen Faustschläge gegen Kopf und Oberkörper.

Wie die Polizei weiter berichtet, beschädigte der rabiate Mann noch den Fahrkartenentwerter im Bus, ehe er in eine nahe gelegene Caféteria flüchtete. Als die alarmierten Polizeibeamten ihn dort festnehmen wollten, soll er erheblichen Widerstand geleistet, die Uniformierten geschlagen und getreten haben.

Dann stieg er auf eine Brüstung und drohte, herunterzuspringen. Man habe ihn daran hindern und nur mit erheblichem Kraftaufwand überwältigen können. Schließlich wurde der 22-Jährige gefesselt und fixiert und in ein Krankenhaus gebracht.


Drogen- und Alkoholeinfluss noch nicht bestätigt

Ob er, wie die Polizei vermutet, unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand, ist noch fraglich. Am Donnerstag lag das Ergebnis der ihm entnommenen Blutprobe noch nicht vor, teilte die Sprecherin der Polizei-Inspektion Stadt, Silke Gahn, auf Nachfrage mit.

Bei dem Einsatz in der Markusstraße wurden ein Polizeibeamter und der 51-jährige Busfahrer verletzt. Letzterer ist laut Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg vorerst nicht dienstfähig und krank geschrieben.

Vorkommnisse wie vom Mittwoch sind nach Giersbergs Angaben bisher glücklicherweise Einzelfälle. Ihre Zahl sei so klein, dass man sie statistisch nicht festhalte. Allerdings habe es in den vergangenen Monaten einige Vorfälle gegeben, die den Verkehrsbetrieb in seiner Strategie bestärken würden, "dass wir die Sicherheit immer weiter ausbauen".


Busfahrer werden auf solche Situationen vorbereitet

So seien inzwischen alle Stadtbusse mit einem Notfallknopf ausgestattet. Dass der 51-Jährige am Mittwoch lieber zum Handy griff, habe sicher seine Gründe gehabt, sagt Giersberg.

Nach seiner Auskunft werden die Busfahrer durchaus darauf vorbereitet, wie sie sich in brenzligen Situationen verhalten sollten: "Das sind Standardthemen in der Berufskraftfahrerschulung."

Außerdem gebe es im städtischen Verkehrsbetrieb so genannte Praxisberater - erfahrene Frauen und Männer, die selbst Bus fahren und einen Teil ihrer Arbeitszeit darauf verwenden, Kollegen für den Fall der Fälle zu beraten.