Druckartikel: Folgen für Bamberger Standorte? Bosch meldet rote Zahlen

Folgen für Bamberger Standorte? Bosch meldet rote Zahlen


Autor: Agentur dpa, Isabel Schaffner

Bamberg, Samstag, 18. April 2026

Erstmals seit 2009 hat der Technologiekonzern Bosch einen Verlust gemeldet. Hat das Auswirkungen auf die Bamberger Standorte?
Auf der Bilanzpressekonferenz gab Bosch die Geschäftszahlen bekannt.


Die enormen Kosten für den Personalabbau, die US-Zölle sowie eine erhebliche Steuerlast haben den Technologie-Riesen Bosch im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens hervorgeht. Bereits 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vergleich zum Vorjahr halbiert, betrug jedoch noch immer rund 1,3 Milliarden Euro.

Eine weitere bedrückende Nachricht für die Mitarbeitenden, nachdem Bosch im September 2025 angekündigt hatte, bis 2030 etwa 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Anlass ist, dass der Technologie-Riese nach eigenen Angaben in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Große Unruhe machte sich ob der Stellenkürzungen in Bamberg breit. Müssen sich die rund 6000 Mitarbeitenden nun erneut Sorgen machen?

Bosch-Sprecherin äußert sich nach Verlustjahr und gibt Entwarnung

"Unser Konzernabschluss 2025 war jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark von Sonder- und Einmaleffekten beeinflusst. Erhebliche Vorleistungen, Zukäufe und Rückstellungen für erforderliche Restrukturierungsaufwendungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit führten zu einem deutlich geringeren Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr", erklärt eine Pressesprecherin am Donnerstag (16. April 2026) auf Anfrage von inFranken.de

Belastend hinzu seien "Aufwendungen für die Auflösung von Devisenoptionen" gekommen. Diese habe man 2025 "zur Absicherung des Währungsrisikos aus dem in US-Dollar vereinbarten Kaufpreis zum Erwerb im Bereich Home Comfort vereinbart", so die Sprecherin weiter. 2025 erreichte die Bosch-Gruppe demnach eine operative Rendite vor Steuern von 2,0 Prozent vom Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 3,5 Prozent, betont sie.

Zur Frage nach etwaigen Folgen für die Standorte teilt sie mit: "Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig, ob wir marktgerecht und wettbewerbsfähig aufgestellt sind." Dabei macht sie klar, dass diese "besondere steuerrechtliche Situation" weder kurzfristige noch direkte Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation an Bosch-Standorten habe beziehungsweise haben werde. Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind dem Unternehmen nach inzwischen abgeschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt. 

Ausblick auf 2026: Management erwartet "erhebliche Ergebnisverbesserung"

Das Bosch-Management geht nach wie vor davon aus, dass die hohe globale Unsicherheit - vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten - die Inflation und Wirtschaftsleistung beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. 

Im laufenden Jahr 2026 rechnet Bosch dennoch mit etwas besseren Geschäften, hieß es auf der Jahrespressekonferenz. Im ersten Quartal habe man den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Für das Gesamtjahr peilen die Manager ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. Davon soll auch wieder mehr Gewinn übrigbleiben.

"Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus", zitiert die dpa Finanzchef Forschner. Ein Grund dafür sei, dass Sondereffekte nicht mehr im Maße des Vorjahres belasteten. Ebenso wirken sich die Sparmaßnahmen sukzessiv positiv auf das Ergebnis aus. Statt einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent wie 2025 rechnet der Finanzchef mit vier bis sechs Prozent. Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.

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