Die Sonne lachte, der Himmel war strahlend blau und auch Moderator Max Kropf war bestens gelaunt. So scherzte er über die Wassertemperatur, die angeblich 38 Grad betragen haben soll. "Doch das stimmt schon", betonte er gegenüber einigen Zweiflern "am Kranen 19 Grad und an der Markusbrücke 19 Grad, macht zusammen 38 Grad." Ferner schilderte er mit einem Augenzwinkern, dass die Zuschauerplätze entlang des Leintritts und am Kranen sowie auf den beiden Brücken aufgrund der heuer besonders strengen Sicherheitsauflagen um 10 000 gekürzt werden mussten, so dass am Ende nur 38 500 Besucher zugelassen werden konnten.


Moderator Kropf macht Scherze

Und auch Schelchfahrer Erwin Kropf nutzte eine kleine Pause und überreichte der Vorsitzenden des Bürgervereins 4. Distrikt, Gisela Bosch, eine selbstgebastelte Lanze aus Wattebäuschchen mit den Worten: "Wenn wir schon bald einen Waffenschein für den Dreschflegel beim Hahnenschlag brauchen, wollte ich schon mal vorsorgen und habe eine neue Lanze gebaut, damit auch wirklich niemand verletzt werden kann", scherzte Kropf.
Ernsthafter hingegen ging es auf dem Wasser zu. Denn die fünf Mannschaften aus Bamberg, Schliersee und Unterfranken kämpften verbissen und schenkten sich nichts. Die Kämpfe auf den Schelchen mit den 50 mal 50 Zentimeter großen Podesten waren zum Teil schnell beendet, konnten aber auch schon mal fast über das ganze Limit von zehn Minuten gehen. Allerdings wurde in der Vorrunde schnell klar, dass die Männer aus der Bamberger Fischer- und Schifferzunft die Nase vorn hatten - der Mannschaftspreis war ihnen zu diesem Zeitpunkt schon sicher. Zumal auch die Schlierseer dieses Jahr bis auf einen "alten Hasen" nur ihre zweite Mannschaft, sprich junge Männer, die in Bamberg zum ersten Mal zum Fischerstechen angetreten sind, geschickt hatten.


Rein Bamberger Finale

Daher war es nicht weiter verwunderlich, dass im Finale seit langem einmal wieder mit Dominik Kropf und Christopher Kropf ein rein Bamberger Duell ausgefochten wurde. Zwar hatte Christopher zu Anfang etwas mehr Vorteile auf seiner Seite und er konnte den Titelverteidiger auch zu einer ersten Verwarnung verdonnern. Am Ende jedoch setzte Dominik alle seine Kraft und Routine ein und schlug seinen weitläufig Verwandten. Den dritten Platz belegte Benedikt Kropf. Erst auf Platz vier folgte ein Schlierseer mit Walter Schnitzbauer.


Sandmadla verliert die Balance

Wenig spektakulär hingegen war das Fischerstechen des Mädels. Hier stach erstmals das Sandmadla vom letzten Jahr gegen das amtierende. Obwohl Steffi Förner schon Kampferfahrung vom letzten Jahr mitbrachte, verlor sie die Balance und ging baden. Karina Strehl zeigte sich solidarisch und sprang unter großem Applaus der Zuschauer hinterher ins Wasser.
Eine Ausnahme gab es am Samstag beim traditionellen Schüler- und Jugendfischerstechen, welches seit 1972 in Bamberg regelmäßig stattfindet. Hier durften erstmals drei Mädchen mitkämpfen. Alle drei schaffen es, trocken das Boot wieder zu verlassen. Denn die Sieger (auf den ersten Platz kam Mara Matzner) gewannen durch Verwarnungen ihrer Gegner. Die gibt es, wenn jemand ins Boot und nicht ins Wasser fällt. Bei den Schülern belegte den ersten Platz Daniel Deuber. Das Jugendfischerstechen konnte Sven Neubauer für sich entscheiden.