Am Ende löste sich alles in Wohlgefallen auf. Hatte man zunächst nicht den Eindruck, dass sich das Landratsamt und die Firma Matthäus Metzner vor dem Verwaltungsgericht (VG) Bayreuth wegen ihres Streits über den richtigen Betrieb einer Kiesgrube bei Pettstadt würden einigen können, kam es dann doch zur überraschenden Wende. Immerhin ging es dabei um angedrohte Zwangsgelder in Höhe von insgesamt 47.500 Euro, die laut Regierungsrätin Christina Romig zumindest zum Teil fällig geworden waren.

Verhängt worden waren sie im Lauf des vergangenen Jahres, weil die Firma - so die Sicht der Behörde - Materialhalden nicht nur zu nahe an der Rauhen Ebrach, sondern auch an einer Biotopfläche gelagert hatte.
Außerdem seien eine Tiefwasserzone teilweise verfüllt und der Nachweis einer Restausbeute-Fläche nicht ordnungsgemäß geführt worden.

Inzwischen, so gestand auch das Gericht zu, habe die Firma diese Mängel allerdings in nicht unerheblichem Umfang abgestellt und zum Beispiel die Halden an Rauher Ebrach und beim Biotop entfernt sowie die Verfüllungen an der Tiefwasserzone wieder beseitigt. Außerdem wurde laut Matthäus Metzner dieses Material beprobt und von einem Gutachter für einwandfrei befunden. Damit, so Richter Ernst König, entfielen ein Teil der Gründe zur Verhängung von Zwangsgeldern. "Die Proben haben gezeigt, dass das Material unbelastet war und ist", betonte dazu Matthäus Metzner vor der Zweiten Kammer des VG Bayreuth unter Leitung von Vorsitzendem Richter Schröppel. Es habe sich dabei um ausgewaschenes Grobmaterial gehandelt.

Nicht einfach wäre es wohl gewesen, per Feststellungsverfahren aufzuklären, ob die vom Landratsamt erhobenen Forderungen erfüllt wurden oder nicht. Der Vorsitzende schlug deshalb vor, bis zu einer bestandskräftigen Entscheidung auf die Einleitung von Zwangs- oder Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten, und verordnete eine Verhandlungspause, die schließlich Wunder wirkte. Das Gericht ließ sich mit der Pause Zeit und im Verhandlungssaal bewegten sich die Parteien plötzlich ganz pragmatisch aufeinander zu. Weil ein Teil der vom Landratsamt gemachten Auflagen erfüllt war, hatte Vorsitzender Schröppel noch ein "Prozessrisiko" von etwa 15- bis 25.000 Euro gesehen.

Klartext geredet

In der Pause wurde Klartext geredet  "10.000 Euro und wir verzichten auf die weiteren 15 000", schlug Christina Romig vor. "Können wir uns nicht auf 5000 einigen?", hielt Matthäus Metzner, plötzlich ganz in seinem Element, dagegen. "Das letzte Wort: 8000 Euro", kam es von Christina Romig zurück. Ob es Metzner nun schwerfiel oder nicht: "Wenn es im März zu zahlen ist", zeigte er sich jedenfalls kompromissbereit, ohne sich einige Anmerkungen über die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft zu verkneifen. Und als das Gericht die Verhandlung wieder aufnahm, gab es plötzlich weiter nichts mehr zu tun, als das Verfahren somit - bei Aufrechnung der Kosten - schiedlich-friedlich und rechtskräftig abzuschließen.