Aromatischer Duft umgab den Stand der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Bamberg: Börek, Döner, Süßspeisen mit Honig und Nüssen lockten an. Die Jugendgruppe der Gemeinde übernahm die Bewirtung hungriger Gäste: Merve (17), Nuran (16), Sevde (17) und ihre Kameraden taten dies mit strahlendem Lächeln und versprühten Charme. "Wir fühlen uns wohl in Bamberg!" bekundeten die jungen Damen einstimmig. Es sei gut und schön, dass "wir uns heute mal zeigen können", ergänzten sie.

Das "Fest der Vielfalt" machte diese Präsentation auf dem Maxplatz möglich, mit dem am Samstag die 22. Interkulturellen Wochen begannen, als ein "Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung", wie Bürgermeister Christian Lange (CSU) betonte.


Er eröffnete offiziell das Fest mit einem Dank an den Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg (MIB), der diese Wochen unter dem Motto "Wir alle sind Deutschland" federführend organisiert hat. "Bamberg profitiert vom gegenseitigen Austausch anderer Kulturen und Nationen", erklärte der Bürgermeister.
Mohamed Hédi Addala, Erster Vorsitzender des MIB, wies darauf hin, dass "Demokratie, Freiheit und Menschenrechte nichts Selbstverständliches sind". Dass diese Errungenschaften, dieser "Luxus nicht geschätzt werden". Addala fuhr fort: "Wer hetzt und spaltet und Minderheiten zum Sündenbock macht, will unsere Freiheit zerstören und die Demokratie abschaffen."

Herausforderungen der Zukunft könnten nur gemeinsam gemeistert werden: "Wir müssen das Bewusstsein dafür fördern, dass in einer Gesellschaft alle in einem Boot sitzen", mahnte Addala.
Die Besucher dieses Festes ruderten schon einmal im gleichen Takt. Sie nutzten die Informationsangebote von Organisationen wie Amnesty International über Caritas und Nepal-Hilfe bis zur Volkshochschule und dem Zelt der Religionen.

Regen Beifall gab es für das bunte Bühnenprogramm, das in zauberhafte Welten entführte. So waren beispielsweise die Frauen des Tanzstudios "Dancing Soul" um ihre Leiterin Elena Roßler in exotische, farbenfrohe Gewänder gehüllt - passend zu den Tänzen aus dem Orient, aus Indien, Tibet.

"Musik und Tanz schaffen Verbindung und bringen Kulturen näher", sagte Elena Roßler, die aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt, sich integrieren zu müssen. Als 15-Jährige kam sie 1976 mit ihrer russlanddeutschen Familie von Kasachstan nach Deutschland: "Die Sprache lernen ist das Wichtigste, um Menschen zu verstehen", nannte Roßler ihr Rezept für gelingendes Einleben. "Ich bin hier rundherum angenommen", sagte die Tanzleiterin, die im Landkreis Bamberg wohnt.


Dekan: "Furchtlos begegnen"

Neue Herausforderungen warten heutzutage auf die Bamberger: Asylsuchende, Flüchtlinge klopfen an die Stadttore. "Wir müssen ihnen furchtlos begegnen und dürfen nicht die Angst befeuern", forderte Hans-Martin Lechner, evangelisch-lutherischer Dekan des Dekanatsbezirks Bamberg. Er schlenderte ebenfalls über den Maxplatz, freute sich über den Infobasar und die entspannte Menschenmenge.

"Dieses Fest dient dem Frieden in der Stadt", war sich Lechner sicher und zitierte aus der Bibel: "Fürchtet euch nicht!" Der Kirchenvertreter gab außerdem mit auf den Weg: "Nationales Denken und christlicher Glaube sind nicht vereinbar."