Was macht eigentlich ein Fronleichnamskreuz die restlichen 364 Tage des Jahres? Warum wirkt ein vor 500 Jahren entstandenes Gemälde wie ein Katastrophenbild von heute? Wie können Papierfiguren lebendig werden? Und warum sprechen Lügensteine so undeutlich? Am Museumstag können große und kleine Besucher aus berufenem Munde die Antworten bekommen.

Die Bamberger Kunst- und Kulturtempel bieten am 39. Internationalen Museumstag unter dem Motto "Museen in der Kulturlandschaft" ein facettenreiches und zumeist kostenfreies Programm für die ganze Familie. Allein die fünf Museen und Sammlungen auf dem Domberg offerieren zwischen 9 bis 18 Uhr 25 Kurzführungen, eine Ausstellungseröffnung, einen Gastvortrag und für Kinder pfiffige Mitmachaktionen: Die Kids können spielen wie die Römer, schreiben wie die Mönche oder suchen mit dem Smartphone.


App erklärt die Kunstwerke

Die Dombergmuseen warten zudem mit mehreren Neuheiten auf: Die mobile App "Domberg" präsentiert das Historische Museum, das Diözesanmuseum, die Staatsbibliothek, Staatsgalerie und Neue Residenz im Hosentaschenformat. Diese App steht kostenlos zum Download für Smartphones zur Verfügung und erklärt in prägnanten Kurztexten die wichtigsten Kunstwerke, dazu die Architektur und Geschichte der Häuser.

"Was für ein Theater - Kunst - Museum in Bamberg?" steht als Titel über dem erstmaligen Kunsttalk um 13 Uhr im Historischen Museum in der Alten Hofhaltung. Dombergkoordinatorin Birgit Kastner will dabei von Sibylle Broll-Pape (Intendantin des E.T.A. Hoffmann-Theaters), Nora Gomringer (Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia), Regina Hanemann (Direktorin der städtischen Museen) und Holger Kempkens (Leiter des Diözesanmuseums) wissen, was Kunst und Kulturinstitutionen heute können müssen. Oder anders gesagt: wie provozierend alte Kunst und künstlerischer Ausdruck heute sein dürfen.

Die Präsentation eines historischen Papiertheaters aus der Sammlung des Bamberger Marionettentheaters um 15.30 Uhr im Historischen Museum ist ebenfalls ein Novum. Theaterleiterin Maria Sebald wird erahnen lassen, dass die "laufenden Bilder" und das Rollenspiel der gesellige Vorläufer des Fernsehabends waren.

Am Museumstag kann erstmalig ein Teil der Prunkräume in der Neuen Residenz ohne Führung frei besichtigt werden. Zwischen 12 bis 17 Uhr lädt ein Führungsteam stündlich in die historischen Schauräume der Staatsbibliothek ein, die sonst nicht zugänglich sind.

Magische, sinnliche, wunderschöne Momente verspricht das Naturkundemuseum in der Fleischstraße bei Begegnungen mit Schmetterlingen und tausend Vögeln. Auch an die jungen Gäste ist gedacht: Sie können ein eigenes Fossil in Gips gießen und mit nach Hause nehmen oder spielerisch lernen, Vogelarten anhand ihrer Federn zu bestimmen.


Bierkrüge und Brotzeit

Wer schon immer einmal den "Elefanten im Porzellanladen" erleben wollte, sollte um 13.30 Uhr in der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus vorbeischauen. Um 15.30 Uhr kommen dort auch die Liebhaber des Gerstensaftes auf ihre Kosten: Eine Kurzführung durch die Sonderausstellung von Bierkrügen aus drei Jahrhunderten dürfte "süffig" werden. Oder so anregend, dass der Sonntagsspaziergang direkt ins Fränkische Brauereimuseum auf dem Michelsberg führt und von dort ins Gärtner- und Häckermuseum, wo zwischen 17 und 20 Uhr eine Brotzeit mit passendem Gemüse wie zum Beispiel Rettich und - endlich! - Bier kredenzt wird.

Die Villa Concordia hat am Museumstag zwischen 11 und 16 Uhr geöffnet und lädt dazu ein, die erste Einzelausstellung in Deutschland der Norwegerin Petrine Vinje zu bewundern. Der barocke Garten des Wasserschlosses ist durch standortbezogene Installationen mit der Ausstellung verbunden. Normalerweise ist der Garten für die Öffentlichkeit geschlossen, doch wird die Künstlerin den Garten als Bestandteil ihrer Ausstellung offen halten und auf diese Weise Fragen bezüglich Öffentlichkeit und Privatsphäre aufwerfen.

Das kleine, aber feine Universitätsmuseum Islamische Kunst (Eingang Hasengasse) steht am Museumstag zwischen 10 bis 22 Uhr für Besucher offen. Es zeigt rund 6000 Objekte, darunter eine herausragende Sammlung islamischer Metallarbeiten.

Das detaillierte Programm liegt in den Museen aus oder ist zum Download zu finden unter www.domberg-bamberg.de.