Auch Kindern und Jugendlichen aus Stadt und Landkreis Bamberg soll die Möglichkeit zum Besuch der Gesamtschule Hollfeld eröffnet werden. Bisher waren solche Gastschul-Verhältnisse an der Bildungseinrichtung "besonderer Art" die Ausnahme: Einen Gastschüler aus Bamberg soll es geben, ein Jugendlicher aus Breitengüßbach wird angeblich täglich von seinen Eltern nach Hollfeld gebracht. Das aber soll jetzt anders werden, sagt die Leiterin der Gesamtschule Hollfeld, Christiana Scharfenberg. Eine eigene Buslinie soll die Entfernung überbrücken.

Als Partner hat sich die Gesamtschule das Bahnbus-Unternehmen OVF (Omnibusverkehr Franken) auserkoren. Deren Regionalbüro Bamberg plant, um das eigene Angebot weiter auszubauen, eine Buslinie zwischen Bamberg und Hollfeld einzurichten, die vor allem Schüler- und elternfreundlich die Möglichkeit erleichtert, die Gesamtschule Hollfeld zu besuchen.
Schon zum Beginn des neuen Schuljahres im September soll es losgehen, bestätigt Linienmanager Jochen Strauß auf Anfrage. Der Antrag zur Einrichtung einer Buslinie früh um halb sieben ab Bamberg nach Hollfeld mit Rückfahrten nach 13 und nach 17 Uhr ist in Bayreuth gestellt. Ob sich das rechnet? "Bisher hat sich da die Katze in den Schwanz gebissen", schildert Strauß anschaulich die Situation.

Schritt ins Risiko

"Weil kein Bus gefahren ist, haben sich die potenziellen Schüler zurück gehalten. Und ohne Schüler lohnte sich auch ein Bus nicht". Jetzt mache die OVF den ersten Schritt und nehme das Risiko in Kauf, ohne zu wissen, wie viele Eltern sich dafür entscheiden. Anfang Mai beginne die Anmeldung für das neue Schuljahr an der Gesamtschule Hollfeld, "dann wird man sehen". Mit ähnlichen Linien aus Bayreuth und Kulmbach zur Gesamtschule nach Hollfeld habe man jedenfalls bisher gute Erfahrungen gemacht.

Schulleiterin Christiana Scharfenberg hält das Zustandekommen der Buslinie für "sehr wahrscheinlich". Bei einem "Übertrittsabend" in Scheßlitz habe sie großes Interesse an der Gesamtschule Hollfeld registriert. Derzeit besuchen 1157 Kinder und Jugendliche die Hollfelder Einrichtung, die neben Haupt- und Realschule auch eine zweizügige Oberstufe zum Abitur anbietet. Die erleichterten Übergänge des bayerischen Schulsystems können an der Gesamtschule Hollfeld unter Beibehaltung der Freundschaften und der musikalischen und / oder sportlichen Arbeitsgemeinschaften erfolgen.

"Das ist aber an der Mittelschule Scheßlitz kaum anders", sagt der dortige Schulleiter Norbert Renner. Auch hier sei der Übergang zwischen den einzelnen Schularten fließend und dazu die Zusammenarbeit mit der Realschule gleich gegenüber "sehr unproblematisch". Auch das Schulzentrum Scheßlitz sei ein "attraktives Angebot", von Abwanderungsgelüsten sei bisher nichts bekannt. "Es gibt da keine Wünsche oder gar Anträge". Das bestätigt auch der Leiter der Scheßlitzer Grundschule, Gerhard Langer. Er sieht den großen Vorteil des gegliederten Schulsystems vor allem in der höheren Beachtung des Elternwillens, wenn es um die Auswahl der richtigen Schule geht. "Die Durchlässigkeit ist zudem auch in Scheßlitz gegeben", betont Langer.

Eltern aus dem Raum Bamberg, Memmelsdorf, Scheßlitz und Stadelhofen, die sich für den Besuch der Gesamtschule interessieren und damit die Buslinie nutzen würden, sollen sich möglichst bald bei der Gesamtschule melden (09274/ 676) oder eine Mail schicken an info-gsh@online.de.