Um neun Wohnhauseinbrüche, die vier ungarische Staatsbürger verübt haben sollen, geht es seit Mittwoch vor dem Landgericht. Die Männer im Alter von 35 bis 43 Jahren haben nach dem Ermittlungsergebnis der Polizei auch im Landkreis Bamberg zugeschlagen: Am 3. Oktober 2012 drangen sie der Anklageschrift zufolge in zwei Einfamilienhäuser in Strullendorf-Roßdorf und in Kemmern ein.

Im Mai vergangenen Jahres sollen sich die vier gelernten Handwerker zu einer Bande zusammen geschlossen haben, um sich aus Einbruchdiebstählen einen ständigen Lebensunterhalt zu verschaffen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Quartett gezielt nach Geld und Wertgegenständen wie Schmuck suchte.

In dem Roßdorfer Anwesen verschwanden am "Tag der deutschen Einheit" 3620 Euro Bargeld sowie Gold- und Silberschmuck im Wert von rund 2500 Euro.
Schmuck für fast 10.000 Euro fiel den Tätern in Kemmern in die Hände.

Zu beiden Häusern verschafften sich die Täter tagsüber mit Brecheisen Zutritt, indem sie die Terrassentüren aufhebelten. Der Sachschaden aus diesen beiden Fällen summiert sich auf knapp 2500 Euro.

Die Arbeitsweise der mutmaßlichen Bande war in allen angeklagten Fällen ähnlich: Sie mieteten sich für ihre Touren Leihwagen; vorwiegend waren sie in blau oder schwarz lackierten VW Golf unterwegs, gelegentlich mit einem Audi A4.

Am Steuer saß immer der 35-Jährige. Er brachte die anderen zu den potenziellen Tatorten, wo sie die Einbruchdiebstähle abwechselnd begangen haben sollen. Die Beute wurde laut Staatsanwalt Christopher Rosenbusch jeweils unmittelbar nach den Einbrüchen aufgeteilt.

Insgesamt sollen die Vier Geld und Wertgegenstände für 58.108 Euro erbeutet haben. Auf ihr Konto geht nach den Ermittlungen der Polizei zudem ein Sachschaden von knapp 20.000 Euro.

Die Männer übten die ihnen angelasteten Taten durchweg am helllichten Tag aus. Nur in einem Fall erstreckt sich die Tatzeit über eine Nacht: Zwischen dem späten Nachmittag des 7. August und dem Morgen des Folgetags sollen sie aus einem Wohnhaus in Nürnberg 2500 Euro in bar, 20 Silberbarren und einen goldfarbenen Armreif entwendet haben. Es war mit ungefähr 20.000 Euro Wert zugleich ihr erfolgreichster Beutezug.

Neun vollendete Fälle des schweren Bandendiebstahls werden dem ungarischen Quartett angelastet, außerdem ein Versuch.

Angeklagte sind nicht geständig

Zum Auftakt des Verfahrens machte keiner der Vier Angaben zur Sache. Über ihre Verteidiger ließen sie nur ihre Beteiligung an zwei Einbruchdiebstählen am 15. Oktober 2012 einräumen: der eine im mittelfränkischen Kammerstein, der andere im oberfränkischen Gefrees im Landkreis Bayreuth.

Die Zweite Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitzendem Richter Manfred Schmidt geht von einer mühsamen und langwierigen Beweisaufnahme aus: Sie hat an die 40 Zeugen geladen und bis Ende Juli weitere fünf Verhandlungstage terminiert.

Neue Serie noch ungeklärt

Mit den vier Wohnhauseinbrüchen, die Anfang 2013 die Menschen im Raum Hallstadt-Dörfleins (Landkreis Bamberg) in Aufregung versetzt und die örtliche Polizei in Atem gehalten haben, haben die vier Männer nichts zu tun. Nach Angaben aus der Pressestelle des Polizeipräsidium Oberfranken gibt es noch keine Erkenntnisse über die mutmaßlichen Täter.