Im Café Rondo am Schönleinsplatz fühlt sich jeder wohl - vom Straßenkehrer bis zum Anwalt. Inhaber Francesco Rubiu hat eine Institution geschaffen.
In Bamberg kennt man sich, im Rondo trifft man sich. Vom Straßenkehrer bis zum Anwalt - täglich kommen die unterschiedlichsten Leute zu Francesco Rubiu ins Café - auf einen Espresso und ein Stück Italien. Wir haben einen ganzen Tag im Café Rondo verbracht und erfahren, was die Menschen an diesem zunächst so unscheinbaren Ort zusammenbringt.
6.59 Uhr. Die Stadt ist noch nicht ganz wach. Einige tapfere Frühaufsteher huschen über die grüne Ampel an die Kreuzung am ZOB, ein Bus hupt, ein paar Vögel zwitschern. Ein sonniger Tag steht bevor, man rechnet mit 25 Grad. Francesco Rubiu öffnet mit ein paar mühelosen Handgriffen die Seitentüren seines Cafés. Heraus strömt intensiver Kaffeeduft und italienische Radiomusik, herein strömen weiche Frühlingsluft und das geschäftige Rauschen der Straßen.
Das runde, kioskartige Café Rondo steht auf einer Verkehrshalbinsel. Es befindet sich unweit des Busbahnhofs gegenüber des Schönleinsplatz. Einen unromantischeren Platz hätte sich sein Betreiber kaum aussuchen können: Gemüsehändler, Bäcker und Bistrobetreiber bissen sich an dem 22-Quadratmeter-Häuschen an einer ehemaligen Bushaltestelle zuvor die Zähne aus. Dann kam Francesco - 28 Jahre ist das nun her. Von außen ist sein Café leicht zu übersehen, Touristen laufen fast ausnahmslos daran vorbei. Als ahnungsloser Passant vermutet man etwas Unscheinbares, vielleicht ein Kiosk oder eine Imbissbude.
Bamberger Café Rondo: Facettenreiche Kundschaft
"Anfangs habe ich das Café gar nicht wahrgenommen, bin immer daran vorbeigeradelt", erzählt Paula, die Kommunikationswissenschaft studiert und ihre Uni-Pausen mittlerweile mehrmals die Woche mit einer Freundin hier verbringt. "Rondolieren" heißt das bei den beiden. Neugierig machen vor allem die vielen Menschen: Zu allen Tageszeiten - bereits jetzt, am frühen Morgen - scharen sie sich um das Café, dessen Fassade ringsum aus einer schachbrettartigen Fensterfront besteht.
Es ist bei Weitem keine einheitliche Kundschaft, die hier täglich angeregt schwatzt, Kaffee trinkt, Pizza isst und Zeitung liest. An hohen Holztischen in der Sonne stehen Männer im Anzug und im Blaumann, junge Eltern mit Babys auf dem Arm, Studenten, Rentner. Unter ihnen Adolf Singer: Jeden Morgen kommt er vorbei, seit 25 Jahren. Und das nicht nur, um guten Kaffee zu trinken. "Ich genieße die Gesellschaft hier. Es kommt jeder her, vom Obdachlosen bis zum Gerichtspräsidenten." Während des Interviews grüßt er im Minutentakt andere Gäste. "Das war meine Friseurin. Und der war mit meiner Tochter in der Schule", erklärt er.
9.30 Uhr. Wie jeden Morgen um diese Uhrzeit startet Franz-Wilhelm Heller seinen Tag im Café Rondo. Auch für ihn sind Kaffee und Panini lange nicht der Hauptgrund für den Kultstatus des Cafés: "Im Rondo bekomme ich Erholung vor der Arbeit. Es ist wie ein Kurzurlaub in Italien", schwärmt der Anwalt. Sobald er gesichtet wird, bereitet ihm einer der sechs Mitarbeiter unaufgefordert seine heiße Milch mit Honig zu - eine kleine Extrawurst, denn das Getränk steht nicht auf der Karte. "Außerdem unterhalte ich mich gerne mit Francesco. Er ist ein sehr philosophischer Mensch", meint Heller.
Ein Traum wurde wahr
Mit dem Traum von einem eigenen Café kam Francesco von Sardinien nach Deutschland. Bei ihm gibt es keinen Schnaps, wie in traditionellen italienischen Cafés üblich; dafür exzellenten Kaffee, sardisches Süßgebäck, Panini und Pizza. Natürlich alles selbst gebacken, nach Omas Rezept.
Feinstaub-Bistro!
Aktivisten-Sprachgebrauch !
na ja nur keine panik, so ist das halt mal, es gibt guten und schlechten feinstaub