Nach und nach wird das Umspannwerk Süd in der Gutenbergstraße in mehreren Bauabschnitten erneuert. Am Dienstag wurde ein tonnenschwerer Transformator nach Bamberg geliefert und innerhalb weniger Stunden montiert.

Ein Umspannwerk ist dazu da, den Strom so umzuwandeln, dass er niedrig genug ist, um in das Ortsnetz eingespeist zu werden.Wie das funktioniert, erklärt Christian Martens, der Pressesprecher der Bayernwerk AG, an einem Beispiel: "Man muss sich das Stromnetz wie das Straßensystem vorstellen. Die unterschiedlichen Spannungsebenen sind die Autobahnen, Bundes-, Land- und Ortsstraßen. Die Umspannwerke sind dabei die jeweiligen Auf- und Abfahrten."

Der Transformator spiele dabei eine entscheidende Rolle: "Der Trafo verbindet das überregionale Hochspannungsnetz mit dem regionalen Mittel- und Niederspannungsnetz. Er wandelt die Energie für die lokale Verteilung um." Dabei leistet der Trafo etwa 40 000 Kilowatt.
Das heißt, es könnten theoretisch 40 000 Menschen gleichzeitig ihren Föhn daran anschließen und benutzen.


60 Tonnen ohne Kran platzieren

Der 60 Tonnen schwere Koloss wurde früh am Morgen auf einem Schwertransporter aus Nürnberg geliefert. Eineinhalb Stunden dauerte der Transport von der Trafowerkstatt aus. Um halb neun Uhr früh begann die Montage in Bamberg. Dazu fuhr der beladene, 26 Meter lange Schwertransporter rückwärts auf das Gelände des Umspannwerks und machte parallel zum fertigen Fundament halt. Statt mit einem Kran wurde der Trafo vom Montageteam mittels Querverzug auf Schienen auf das Fundament befördert. Einen Kran zu verwenden wäre viel aufwendiger und teurer gewesen.


Trafos werden wiederverwertet

Im gesamten Versorgungsgebiet des Bayernwerks gibt es etwa 650 dieser Transformatoren. Davon muss jeder aus technischen Gründen etwa alle 30 Jahre ausgetauscht werden. Ein komplett neuer Trafo würde etwa 450 000 Euro kosten, erklären die Techniker. Tatsächlich hätten die Trafos aber eine Lebensdauer von 50 bis 60 Jahren. Deshalb werden statt jedes Mal komplett Neue anzuschaffen, die Älteren generalüberholt und an einen neuen Einsatzort gebracht. Das spare enorme Kosten. Auch der neue Trafo in Bamberg war bereits 30 Jahre lang in einer anderen Stadt im Einsatz, bevor er hierher transportiert wurde. Der alte Trafo wird ebenfalls wieder aufbereitet und an einen anderen Ort gebracht werden.

Die mehrteilige Erneuerung wird voraussichtlich nächstes Jahr im September abgeschlossen sein und insgesamt etwa 3,25 Millionen Euro verschlingen.

Projektleiterin Elena Fuchs erklärt: "Die Erneuerung muss Stück für Stück erfolgen, dass die lückenlose Stromversorgung weiterhin gewährleistet ist. Es gab auch schon Probleme wegen des Hochwassers in diesem Jahr. Vom Wald her kam das ganze Wasser und hier floss praktisch ein kleiner Bach durch das Umspannwerk. Das hat natürlich zusätzlich Zeit und Geld gekostet." Größere Ausfälle habe es trotzdem schon lange nicht gegeben.
Das bleibt hoffentlich so, schließlich wird ganz Bamberg Süd vom Umspannwerk versorgt, einschließlich des Klinikums und der Firma Bosch.