Diesmal hat es geklappt, steht die Universitäts-Aula rechtzeitig vor der Sandkirchweih gerüstfrei da. Die Sanierung des uralten Einzeldenkmals ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, aber zur Straße hin, wo ab 22. August die Massen unterwegs sein werden, sind die Arbeiten beendet.

Was von außen kaum auffällt: In der Fassade über dem Haupteingang sind die ersten der neuen, künstlerisch gestalteten Isolierglasfenster eingebaut. Umso stärker entfalten sie ihre Wirkung nach innen. Soweit bisher zu erkennen, dürfte das farbige Glas die Erwartungen erfüllen, die seitens der Universität als Hauptnutzerin in die neuen Fenster gesetzt werden: Das Tageslicht fällt nun nicht mehr blendend grell, sondern angenehm gedämpft in den riesigen Raum. Dabei tritt das Design optisch zurück, dominiert und stört nicht die Wirkung der ehemaligen Hallenkirche aus dem 14./15.
Jahrhundert, einem der hochkarätigsten Baudenkmäler in der Welterbestadt.Genau das waren die erklärten Ziele, mit denen Hochschul-Leitung und Staatliches Bauamt im vergangenen Jahr einen Wettbewerb veranstalteten. Gewinner war Günter Grohs aus Wernigerode. Er überzeugte mit einem auf allen 23 Fenstern wiederkehrenden grafischen Muster, das sich je nach Standort und Lichteinfall in Nuancen unterscheidet.


Fenster werden ausgetauscht

Auch am übrigen Gebäude ist der Austausch der alten einfachen Fenster aus den 1950er Jahren im Gange. Dafür stehen derzeit in der Aula selbst Gerüste an den Außenwänden.

Die Erneuerung der Fenster, die auch aus energetischen Gründen erfolgte, markiert laut Bauamts-Leiter Fritz Angerer und Hubert Wagner, dem für Universitäts-Baustellen zuständigen Abteilungsleiter, das Ende des ersten Bauabschnitts.

Er hatte im September 2011 mit der Instandsetzung des riesigen Dachstuhls begonnen und war mit dem Eindecken der 2000 Quadratmeter umfassenden Dachfläche weiter gegangen. Der Dominikanerbau weist das größte mittelalterliche Dach weit und breit auf. Rund 75 000 Biberschwanz-Ziegel waren dafür erfoderlich.

Der zweite Bauabschnitt soll nahtlos an den ersten anschließen. Das erforderliche Geld steht nun zur Verfügung. Das teilte Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (CSU) der Lokalredaktion mit. Der Landtag hat, zur Freude von Uni-Kanzlerin Dagmar Steuer-Flieser, auch die zusätzlichen Mittel genehmigt, um die sich die Kosten während der konkreten Planung von Innensanierung und -ausstattung um einige hundertausend Euro auf 4,3 Millionen Euro erhöht hätten.

"Wir können alles verwirklichen, was wir geplant haben", konstatiert die Kanzlerin. Wenn voraussichtlich 2015 die letzten Handwerker die ehemalige Dominikanerkirche verlassen, werden in vier Jahren 7,65 Millionen Euro "verbaut" sein.

Für die Aussicht auf eine Aula, die dann "sicher ein Schmuckkästchen ist" (Steuer-Flieser) und nach Angerers Dafürhalten auf Jahrzehnte hinaus keinen Sanierungsbedarf mehr aufweisen dürfte, muss die Universität wohl weitere zwei Jahre auf ihre Aula verzichten. Das nehme man gern in Kauf, so Steuer-Flieser.


Neuer Haupteingang ist geplant

Schwerpunkte in dem zweiten Bauabschnitt ist eine bessere Akustik, eine Medien- und Veranstaltungstechnik auf allerneuestem Stand sowie ein Beleuchtungskonzept, das einerseits den historischen Raum zur Geltung bringt und andererseits für jede Form der Nutzung - ob Festsaal oder Prüfungsraum - taugt. Außerdem soll ein von innen wie außen attraktiverer und barrierefreier Haupteingang an alter Stelle geschaffen werden. Dafür wird innen die Empore entfernt - ein Einbau aus dem 20. Jahrhundert, um den es nicht schade ist.