Michael Stoschek ist als erfolgreicher Unternehmer, Milliardär, Sportinvestor und Amphibienfahrzeugfahrer eine prägende Figur der Bamberger Wirtschaft. Der 72-jährige Coburger ist das Gesicht der Firma Brose, die in 23 Ländern Komponenten und Systeme für Autotüren und -sitze sowie Elektromotoren entwickelt und produziert. 2300 der insgesamt 26 000 Beschäftigten arbeiten in Bamberg und Hallstadt, nun ist deutschlandweit ein Stellenabbau geplant. Sparen ist auch bei den Bamberger Brose-Basketballern angesagt, wo Stoschek als Regisseur agiert. Nicht nur beim Körbewerfen setzt er seinen Ellbogen in Bamberg sehr gezielt ein.

Sonja Weigand: Als gewählte Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Oberfranken vertritt Sonja Weigand insgesamt 47 000 oberfränkische Unternehmen von Hof bis Forchheim - das verdeutlicht den Einfluss. Sie übernahm das Präsidentinnenamt 2017 als erste Frau seit der Gründung der IHK 1843 und folgte damit auf den einflussreichen Bamberger Logistik-Unternehmer Heribert Trunk. Die 59-Jährige ist Geschäftsführerin des international tätigen Bamberger Lebensmittelgroßhändlers Denscheilmann + Wellein, der mit rund 300 Mitarbeitern und einem Fuhrpark an Kühl-Lkw Lebensmittelläden, Hotels und Discounter beliefert.

Manfred Amon: 3420 Handwerksbetriebe in der Stadt und dem Landkreis Bamberg beschäftigen über 17 000 Mitarbeiter: Kein Wunder also, dass Manfred Amons Wort in Bamberg Gewicht hat. Vom Verkehrskonzept für die Lange Straße bis zur Ausweisung von Gewerbeflächen: Der Kreishandwerksmeister vertritt seit 2011 die Interessen der Handwerker bei vielen Themen der Stadtpolitik. Der 60-jährige Zimmerer, der sich mit seiner Firma auf den Holzbau spezialisiert hat, verfügt Kraft seines Amtes über ein hervorragendes und weit verzweigtes Netzwerk im fränkischen Handwerk, das trotz Wirtschaftskrise vor Selbstbewusstsein strotzt.

Xaver Frauenknecht: Seit 2004 führt Xaver Frauenknecht die städtische Sozialstiftung, Trägerin der Kliniken, mehrerer Pflegeheime und anderer medizinischer Einrichtungen. Als deren Vorstandsvorsitzender hat der 61-Jährige Bambergs zweitgrößten Arbeitgeber mit über 4100 Mitarbeitern über die Jahre vom Verlustbringer zum hochprofitablen Unternehmen geschmiedet. Der harte Sanierungskurs hat dem Diplom-Krankenhausbetriebswirt nicht nur Freunde beschert - seinen Einfluss in der Bamberger Wirtschaft aber gestärkt. Spätestens seit der Fertigstellung des vierten Bettenturms prägt das Klinikum die Region als medizinischer Maximalversorger.

Mario Gutmann: Mit 7300 Mitarbeitern ist der Technologiekonzern Bosch der mit Abstand größte Arbeitgeber in Bamberg. Sprecher der Boschler ist Mario Gutmann. Als Betriebsratsvorsitzender hat der 54-Jährige mit der Führung Maßnahmen ausgehandelt, um die Produktionsstätte zu erhalten und betriebsbedingte Kündigungen bis 2026 auszuschließen. Gutmann fordert vehement ein Zukunftskonzept, um dem Wandel in der Autoindustrie technologisch zu begegnen. Als Mitglied im 36-köpfigen Vorstand der IG Metall ist der Gewerkschaftsfunktionär bundesweit aktiv, was ihn noch vor dem Bamberger Bosch-Werkleiter in diese Liste hebt.

Sabine Weyermann: 1879 röstete Firmengründer Johann Baptist Weyermann die erste Gerste auf dem Kaulberg - heute leitet Sabine Weyermann in vierter Generation eine 240 Mitarbeiter starke Malzfabrik. Hier entstehen die Grundlagen für über 60 000 Biere auf der ganzen Welt, denn Weyermann liefert in 135 Länder, wie die geschäftsführende Gesellschafterin gerne betont. Die 61-Jährige leitet damit einen Weltmarktführer in diesem Segment und zeigt sich offen für neue Entwicklungen, etwa die Craft-Beer-Szene aus den USA. Als Geschäftsfrau hat Sabine Weyermann das Unternehmen für moderne Anforderungen gerüstet und in der Bierstadt viel Einfluss.

Hyazintha Fuchs: Von Adels- bis Zapfendorf, von Schweinfurt bis Bayreuth reicht das Reich des Bäckereiimperiums Fuchs mit über 100 Fachgeschäften, an dessen Spitze Hyazintha Fuchs steht. Über 1000 Mitarbeiter, davon über 600 allein am Stammsitz Bamberg machen das Familienunternehmen zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt und die Inhaberin zu einer einflussreichen Persönlichkeit. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Jahr 2005 hat Hyazintha Fuchs das Familienunternehmen übernommen und an die modernen Anforderungen angepasst. Sozial engagiert sie sich vom Josefslädchen bis zur Aidshilfe in Südafrika.

Alexander Zimmermann: Eine Lichtgestalt im wahrsten Sinne des Wortes ist Alexander Zimmermann, unter dessen Regie sich RZB vom konventionellen Leuchtenhersteller zum Generalisten für innovative lichttechnische Lösungen entwickelt hat. Der Sohn des Firmengründers und Namensgebers Rudolf Zimmermann übernahm 1978 als geschäftsführender Alleingesellschafter und führte RZB zu einem international tätigen Unternehmen mit 750 Mitarbeitern, rund 600 davon allein in Bamberg. Durch soziale Projekte, zum Beispiel dem Wunschbaum im Klinikum, macht der 74-jährige Träger des Bundesverdienstkreuzes immer wieder auf sich aufmerksam.