Diese Zahl spricht für sich: "Rund 15 Prozent aller Studierenden in Bayern nutzen unser Angebot", erklärt Steffi Widera, die Geschäftsführerin der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb). Die besondere Uni gibt es zwar nur virtuell, doch ihre Geschäftsstelle existiert real - und zwar in Bamberg. "Es handelt sich um ein Juwel, das sich vor meiner Haustür befindet", sagte die Staatsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag bei einem Besuch der vhb gemeinsam mit MdL Jürgen W. Heike (Coburg).

Die virtuelle Hochschule ist ein Verbundinstitut. Es wurde im Jahr 2000 von den bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, die Studienbedingungen im Freistaat zu verbessern und zu erweitern. Das scheint zu funktionieren, freut sich die vhb in diesem Jahr doch über die millionste Kursbelegung seit ihrer Gründung. "Eine großartige Entwicklung", fand auch Huml.


Nachfrage steigt ständig

Im Studienjahr 2005/06 waren es 15 076 Personen, die Kurse an der vhb belegt haben. Fünf Jahre später lag die Zahl schon bei 32 685 und im vergangenen Jahr gar bei 57 116 Nutzern. Im Schnitt belegte jeder dieser Personen drei Kurse von insgesamt 460 im Programm. Der Vorteil für die Studenten ist die örtliche und zeitliche Flexibilität.

Die vhb ist kein Ersatz sondern eine Ergänzung der bestehenden Studienangebote in Bayern. Alle Studierenden einer bayerischen Trägerhochschule können kostenlos auf die Kurse zugreifen und diese mit einem Leistungsnachweis abschließen. Das erworbene Wissen wird an der realen Hochschule angerechnet. Auch Nicht-Studenten können jedoch die Kurse gegen ein Entgelt belegen.


Individuelle Betreuung

Am meisten wird das netzgestützte Lernangebot von Studenten der Fächer Medizin und Jura genutzt. "Dies liegt daran, dass im Verhältnis zu beispielsweise Informatik viele Studenten in einer Vorlesung sitzen und eine geringere individuelle Betreuung herrscht. Hier bieten wir eine zusätzliche Betreuung für Studenten", erklärt Godehard Ruppert, Präsident der vhb und zugleich der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Neben der tutoriellen Begleitung werde das Lernen durch abwechslungsreiche Darstellungen erleichtert. So ist der Lehrstoff in Texten, Diagrammen, Bildern aber auch Videos verpackt. Für Medizinstudenten wird zum Beispiel ein Einblick in den Operationsraum ermöglicht. "Es handelt sich um die Perspektive eines Operateurs während eines Eingriffs. So nah ist man sonst nie als Studierender", sagt Huml.

Und was haben die 31 Trägerhochschulen davon? "Das Lehr- und Lernmaterial wird nur an einem Ort entwickelt. Jedoch können viele darauf zugreifen. Das spart Zeit und Geld", erklärt Ruppert. Zudem wären die Infrastukturen der Trägerhochschulen gemeinsam mit der vhb verbessert worden, so dass der Zugriff auf die Kurse im Netz möglich sei - einfach und zukunftsorientiert.


Kontakt

Virtuelle Hochschule Bayern
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Ansprechpartner an den Trägerhochschulen: www.vhb.org/vhb/kontakt/ansprechpartner-hochschulen/