Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

Der Hochspannung in der ganzen Region zum Trotz - noch immer ist nicht klar, ob die Sandkerwa 2017 doch noch gerettet werden kann oder ob es bei der Absage vom 3. Mai bleibt.

Weit über eine Stunde lang hatten Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sowie zwei Rathaus-Mitarbeiter mit den Vertretern des Bürgervereins gesprochen. Das Treffen in den Abendstunden nach 19.30 Uhr fand nicht im Rathaus statt, sondern im Büro des Bürgervereins im Sandgebiet - ein Zeichen, dass es der Stadt ernst war, auf den Bürgerverein zuzugehen.


Weitere Gespräche geplant

Doch nach dem Gespräch ist die Sachlage nicht viel anders als vor dem Gespräch. Wie einer Erklärung der Stadt zu entnehmen ist, soll über die Rettung der Sandkerwa 2017 weiter geredet werden.

Darin heißt es außerdem, die Teilnehmer hätten in einer ersten Gesprächsrunde die Zukunft der Sandkerwa-Veranstaltungen sondiert und in konstruktiver Atmosphäre Lösungswege ergebnisoffen diskutiert.

Es sei verabredet worden, die Gespräche vertrauensvoll weiterzuführen, um zeitnah tragfähige Ergebnisse zu erzielen. Die Beratungen sollen am kommenden Montag fortgesetzt werden.

Zu dem wie immer gearteten Verhandlungsverlauf wollten sich die Teilnehmer des Gesprächs am gestrigen Abend nicht äußern. Die Teilnehmer bitten um Verständnis dafür, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Details veröffentlicht werden können. Bekannt ist mittlerweile, dass Starke mit einem Rettungskonzept in die Besprechung gegangen war. Er soll bis zuletzt optimistisch gewesen sein, die Großveranstaltung auch für dieses Jahr sichern zu können. Sein erklärtes Ziel ist es, ein langfristiges Konzept für die Durchführung der Kerwa zu entwickeln.
 


Gestiegene finanzielle Risiken

Mittlerweile ist es zwei Wochen her, dass die Kirchweih durch eine überraschende Nachricht vom Bürgerverein abgesagt worden war. Begründet hat der Bürgerverein seinen Rückzug, der für Eingeweihte seit Jahren ankündigt hatte, mit den gestiegenen finanziellen und haftungsrechtlichen Risiken, mit denen sie sich als Macher eines Altstadtfestes mit jährlich 300 000 Besuchern konfrontiert sehen.

Die Absage hatte eine Flut von Kommentaren, Vorwürfen, aber auch Unterstützungsbekundungen ausgelöst. Zuletzt dominierte in Bamberg Verständnis für den Beschluss aus dem Bürgerverein, zumindest heuer keine Sandkerwa mehr auf die Beine zustellen.

"Alle sollten jetzt an einem Strang ziehen. Es ist eine gemeinsame Anstrengung nötig, um die Voraussetzung zu schaffen, dass die Sandkerwa 2017 stattfindet", lautete die Losung, die Starke ausgegeben hatte, als am 3. Mai bekannt wurde, dass die Großveranstaltung heuer ausfallen soll.

Viele Fragen wurden durch die Absage der Kirchweih aufgeworfen: Wie könnte die Beteiligung des Bürgervereins und der Stadt neu geregelt werden, um die finanziellen und rechtlichen Risiken für den bisherigen Veranstalter zu verringern? Welche Rolle könnte dem Bürgerverein in einer Trägergesellschaft zukommen, damit der Charakter der Kerwa gewahrt bleibt? Zuletzt: Macht es Sinn, die Großveranstaltung für ein Jahr ausfallen zu lassen, um auf diese Weise Zeit zu gewinnen, wie nicht wenige in Bamberg fordern?

Zumindest die finanziellen Hürden, die sich einer Durchführung der Veranstaltung entgegenstellen, scheinen überwindbar. Ob dies auch für die atmosphärischen Verstimmungen zwischen Stadt und Bürgerverein gelten kann, ist dagegen fraglich.

Klar ist, dass die Spekulationen über die Zukunft des Festes nicht abreißen werden, sollten die Beteiligten nicht rasch zu einer endgültigen Entscheidung kommen.