Stadelhofen
Kindertagesstätten

Die Stadelhofener Kita wird noch heuer fertig

Der Zweckverband Stadelhofen schob in München eine Härtefallregelung für Bau und Sanierung solcher Einrichtungen in Bayern an. Die zusätzliche Förderung von 100.000 Euro beschleunigt das eigene Vorhaben.
Bis Ostern soll die neue Kinderkrippe der Kindertagesstätte Stadelhofen fertig sein. Die jüngsten Kita-Besucher freuen sich schon jetzt mit Kathrin Gries, MdL Heinrich Rudrof (Mitte) und Bürgermeister Ludwig Göhl.  Foto: Ronald Rinklef
Bis Ostern soll die neue Kinderkrippe der Kindertagesstätte Stadelhofen fertig sein. Die jüngsten Kita-Besucher freuen sich schon jetzt mit Kathrin Gries, MdL Heinrich Rudrof (Mitte) und Bürgermeister Ludwig Göhl. Foto: Ronald Rinklef
+5 Bilder
} } } } }
Die Generalsanierung des Kindergartens Stadelhofen mit Anbau einer Kinderkrippe wird voraussichtlich deutlich früher abgeschlossen werden können als geplant. Bürgermeister Ludwig Göhl erhielt jetzt ein Schreiben aus dem bayerischen Finanzministerium in München, das eine bessere Förderung in Aussicht stellt, als man bisher kalkuliert hatte. Die wiederum mache es der Gemeinde möglich, so die Reaktion der Gemeinde, das Vorhaben in einem Zug durchzuziehen und nicht aus Haushalts-Erwägungen nach dem Bau der Krippe die Sanierung des Altgebäudes auf das nächste Haushaltsjahr 2014 verschieben zu müssen.

Für die Kinder wie das Personal der Tagesstätte bringt das Schreiben aus München mehrere Verbesserungen mit sich. Zunächst bleibt es dabei, dass die Kinderkrippe voraussichtlich nach Ostern den Betrieb in ihren neuen Räumen aufnehmen kann.
Bisher gibt es eine provisorische Einrichtung für die jüngsten Gemeindebürger bis drei Jahren.


Sanierung beginnt gleich nach Ostern

Für alle weiteren Beteiligten beschleunigt sich das Verfahren. Voraussichtlich schon bis Ende diesen Jahres und nicht erst bis Ende 2014 dürfte auch die Sanierung des zweigruppigen Kindergartens abgeschlossen sein, wenn damit gleich nach Ostern begonnen werden kann. Zum einen dürfte das für Kinder und Erzieherinnen eine komfortablere Umgebung schon ein Jahr früher bedeuten, zum anderen profitiert davon auch die Nachmittagsbetreuung für die Schüler der etwa 200 Meter entfernten Grundschule, die dazu in die "KiTa" kommen. Auch sie werden von einer neuen und leistungsfähigeren Küche aus ein Jahr früher und besser versorgt werden können.

Wie aber kamen die verbesserte Förderung und damit die Beschleunigung zu Stande? Zunächst hatte die Gemeinde Stadelhofen auf Grundlage der damals gültigen Richtlinien eine Förderung für das Vorhaben aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs beantragt. Damals mussten nur zwei Drittel der Kosten von den Kommunen übernommen werden, ein Drittel entfiel auf den Träger. Das aber waren in diesem Fall die drei Gemeinden Stadelhofen, Wattendorf, sowie die Stadt Weismain, für dieses Drittel sollte die Gemeinde Stadelhofen zunächst keine Förderung erhalten.

Nun entstand jedoch im Bayerischen Landtag eine neue Gesetzesregelung, die besagt, dass Gemeinden, die Träger sind, Anspruch auf Förderung auch für das dritte Drittel erhalten sollen. Diese Neuregelung ging an der Gemeinde Stadelhofen allerdings "denkbar knapp" vorbei, wie Bürgermeister Ludwig Göhl in einem Schreiben an das Finanzministerium verdeutlichte: Den Förderbescheid nach alter Ordnung erhielt die Gemeinde am 13. Juni 2012, die neue Förderung gibt es ab 22. Juni.

Was Ludwig Göhl als Vorsitzenden des Kindergarten-Zweckverbands dazu bewog, in München mit dem "Vorschlag" einer "Übergangsregelung" vorstellig zu werden und - natürlich - die heimischen Abgeordneten einzuschalten.


Der Abgeordnete half

Helfen konnte da vor allem, wie sich rasch zeigte, der CSU-Abgeordnete Heinrich Rudrof. Der nämlich verfügt über Sitz und Stimme im Haushaltsausschuss des Landtags, und dort werden solche Dinge beraten, bevor darüber im Plenum abgestimmt wird. "Wurde denn auch an eine Härtefallregelung gedacht?" wollte Heinrich Rudrof dort von den Spitzen der Behörden wissen, die die Änderung vorgelegt hatten. Und begründete sein Ansinnen damit, dass vor allem finanzschwache Kommunen für den (Aus)Bau von Kindertagesstätten nicht schlechter gestellt sein dürften als andere.

"In einem 45-Milliarden-Haushalt sollte doch Geld dafür vorhanden sein". Unterstützung fand Rudrof, wie er berichtet, bei seinem Parteifreund Georg Winter, dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses. Beschlossen wurde eine "Satzergänzung", die "in Bayern einigen Gemeinden zum Segen gereichen dürfte", wie Rudrof rückblickend meint. Inzwischen ist die "Satzergänzung" Gesetz geworden und bringt eine bessere Förderung.

Im Fall der Gemeinde Stadelhofen wirkt sich das finanziell so aus: Bei einer Bausumme von rund 1,3 Millionen Euro für Erweiterung um die Kinderkrippe und Sanierung des Altbaus hätten der Zweckverband respektive die drei Kommunen zunächst etwa 600.000 Euro an Fördergeldern erhalten. Mit der neuen Härtefallregelung werden es aller Voraussicht nach gut 700.000 Euro sein, der Rest wird jeweils nach der Kinderzahl auf die drei Kommunen umgelegt.

"Das versetzt uns in die Lage, das Projekt in einem Zug durchzuziehen", freut sich Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Ludwig Göhl. Denn "die Qualität des Kindergartens soll in Stadelhofen nicht schlechter sein als anderswo", sagt der Rathauschef und erinnert daran, dass früher hier die Kinder zwischen drei und sechs Jahren erzieherischen Beistand erfuhren. "Heute sind es die Kinder zwischen einem und zehn Jahren".