240 000 Euro in sechs Monaten zu sammeln - das war wohl doch ein zu ambitioniertes Vorhaben. Deshalb wird es mit der endgültigen Einbürgerung der acht "roten Männer" am Schönleinsplatz etwas länger dauern als von ihren Förderern ursprünglich geplant.

Dass der Ankauf der Kunstinstallation gelingt, mit der der chinesische Bildhauer Wang Shugang im vergangenen Sommer die Bamberger verzückt hat - daran besteht weder beim Berliner Galeristen Alexander Ochs-Barwinek noch bei der von ihm ins Leben gerufenen Bamberger Initiative ein Zweifel.

"Wir sind sozusagen im Endspurt", sagt Birgit Kastner, die Sprecherin jener Kunstfreunde, die sich Ende 2013 in einer gemeinnützigen GmbH zusammen geschlossen haben.
Ihr erklärtes erstes Ziel ist der Erwerb der Skulpturengruppe, die im Rahmen der Ausstellung "Circles/Kreise" zu sehen war; das weiterreichende verrät der Name des Zusammenschlusses: "Kreis für neue Kunst und Kultur für Bamberg".

Laut Ochs-Barwinek fehlt von der Kaufsumme noch ein Drittel. Das wären 2013 noch 80 000 Euro gewesen, 2014 sind es 100 000 Euro. Grund für die plötzliche Verteuerung: Die Mehrwertsteuer für Kunst stieg zu Jahresbeginn von sieben auf 19 Prozent. Auch deshalb habe er Ende 2013 so auf's Tempo gedrückt, hätte sich auch eine schnellere Entscheidung des Stadtrats über den künftigen Standort gewünscht, sagt Ochs.

Von den zugesagten und beantragten Summen sind laut Kastner die meisten inzwischen eingegangen. Dass sich - neben der Sparkassen-Stiftung - die Oberfranken-Stiftung am Ankauf beteiligt, wird nach ihrer Einschätzung das Akquirieren des noch fehlenden Betrags erleichtern: "Wenn die Oberfranken-Stiftung zusagt, dann ist das wie ein Gütesiegel."

Insofern hofft die Gruppe auf offene Ohren und Portemonnaies, wenn sie in den nächsten Wochen gezielt bei Unternehmen um Unterstützung bitten will. Außerdem sollen Faltblätter mit Spendenaufrufen verteilt werden, um alle zu erreichen, die den Neuerwerb unterstützen möchten.

Mit "Meeting" wird der Bamberger Skulpturenweg um die Arbeit eines weiteren, international renommierten Künstlers wachsen. Wang Shugang, 1960 in Peking geboren, hat sich weltweit einen Namen mit seinen seriellen Figurengruppen gemacht, die schon durch ihre Lebensgröße faszinieren.

Der 54-Jährige, der zehn Jahre in Deutschland im Exil lebte, zählt heute zu den bedeutendsten Repräsentanten chinesischer Gegenwartskunst. Er war jüngst in San Paulo auf der Ausstellung ChinaArteBrasil vertreten und ist Empfänger des Ernst-Barlach-Preises 2014.