Mit einem Bürgerbegehren wollen die Gegner des Vorhabens den Bau des Bürgerwindparks Brunn stoppen.
Angst um die Kulisse In den vergangenen Wochen sammelten die Initiatoren um Rudolf Herbst, Andreas Lewerenz und Carmen Först deshalb knapp 600 Unterschriften von Gemeindebürgern, die sich gegen das Projekt im Naturpark Fränkische Schweiz aussprechen. Mit dabei auch in Monika Schenk Gräfin von Stauffenberg, die mit ihrer Familie um die Kulisse von Schloss Greifenstein fürchtet.

"Ich sehe das Landschaftsbild von dem Vorhaben eindeutig bedroht", sagt die Gräfin, die auch über Sitz und Stimme im Marktgemeinderat verfügt. "Wir sind ein gewachsenes Tourismusgebiet, da können wir nicht alle Horizonte ,verspargeln'."

Rotoren zu nah am Wohngebiet

In Südbayern sehe man so gut wie keine Windräder, während hier sogar die geschützte Landschaft verschandelt werde. Außerdem würden die Rotoren viel zu nahe an Wohngebieten gebaut, "das geht nicht". Weil Schloss Greifenstein ein bedrohtes Landschaftsdenkmal sei, habe sie sich der Initiative angeschlossen.

Mit der Unterschriftenaktion wurde gefragt:
Wollen Sie, dass
- der Gemeinderat alle Mittel ausschöpft um zu verhindern, dass in Landschaftsschutzgebieten oder näher als 2000 Meter an Häusern Windräder gebaut werden?
- dass die Marktgemeinde Heiligenstadt in diesem Sinne alle Pläne für Planung und Bau der Windräder stoppt?

"Nötig sind für die Einleitung eines Bürgerbegehrens nur zehn Prozent der rund 3000 Wahlberechtigten, also 300 Unterschriften", erläutert Initiator Rudolf Herbst, Ortssprecher von Hohenpölz. Weil man eine Gefahr für Menschen, Tierwelt und heimatliche Landschaft sehe, habe man die Initiative ergriffen. Die Windräder seien weit zu sehen und veränderten das Landschaftsbild, heißt es zur Begründung weiter. Lärm und andere Emissionen beeinträchtigten die Lebensqualität und minderten die Grundstückswerte. Außerdem werde in der Gemeinde Heiligenstadt schon viel regenerative Energie erzeugt.

Unterschriften werden geprüft

Bürgermeister Helmut Krämer nahm die gesammelten Unterschriften entgegen. Innerhalb eines Monats muss die Verwaltung prüfen, ob das Bürgerbegehren oder ein Bürgerentscheid in dieser Sache zulässig sind, erklärte er. Weil für das Modellprojekt Windpark Brunn bereits Ausgaben getätigt worden seien, könne ein Abbruch rechtlich schwierig werden.