Jeder Bamberger kennt die Statue des Heiligen Johannes Nepomuk auf der Oberen Brücke. Und eigentlich hätte die Feier mit anschließendem Lichterschwimmen auf dem Alten Kanal anlässlich seines Gedenktages am 16. Mai dort auch stattfinden sollen - wie seit 1964. Doch der abendliche Regen am Sonntag machte der Planung der einladenen Ackermann-Gemeinde einen Strich durch die Rechnung: Die Feier verblieb in der St. Martin-Kirche, in der es immerhin am linken Seitenaltar eine barocke Figur des "Brückenheiligen" gibt. Eine Kerze brannte davor, geschmückt mit einem Blumengebinde.

Eigens aus Bambergs Partnerstadt Prag angereist war Kardinal Dominik Duka. In dem Gottesdienst, der der Nepomukfeier vorausging, bezeichnete der Prager Erzbischof den Heiligen als eine Gestalt, "die tatsächlich überbrückt und verbindet": "Er verbindet auch unsere Nationen, väterlicherseits ist er ein Sohn der deutschen Nation, mütterlicherseits ist er ein Tscheche", erklärte der Kardinal. Die "Schönheit des kaiserlichen Bambergs" und die Nepomukfeier "stellen die Brücke dar, die auch heute nicht nur unsere Städte verbindet, sondern auch unsere Nationen und vereinigt uns im Glauben", fuhr Duka fort.

Er charakterisierte den Prager Priester und Generalvikar Johannes Nepomuk (1350-1393) als gebildet, sozial fühlend und tapfer, der nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern auch nach seinem Tod eine Herausforderung für "unsere verworrenen Zeiten" sei. Der Kardinal entwarf das Lebensbild des Heiligen, der unter König Wenzel IV. gefangen genommen, gefoltert und über die Karlsbrücke in die Moldau geworfen wurde. Und das, weil Johannes Nepomuk zu den Mitgestaltern einer für den König nachteiligen Rechtsreform zugunsten von Frauen und Witwen gehörte sowie im Streit um die Abtswürde des Benediktiner-Klosters Kladrau die Mönche unterstützte, die keinen vom König bestimmten Abt haben wollten.

Der frühere Diözesanvorsitzende der Ackermann-Gemeinde, Franz Bauer, erinnerte daran, dass der heilige Johannes Nepomuk nicht nur Landespatron Böhmens, sondern seit 1729 auch Bayerns ist. Bauer nannte Nepomuk ein Vorbild in schwierigen Situationen, in denen dem Gewissen gefolgt werden solle. Nepomuk sei ein "unerschrockener Zeuge für die Freiheit des Gewissens und die Würde des Menschen", sagte Franz Bauer.
So lautete eine Fürbitte in der Feier auch: "Gib uns den Mut, immer und überall für Gerechtigkeit und Wahrheit einzutreten", für verfolgte Christen in aller Welt, für die Opfer von Krieg und Vertreibung. Am Gottesdienst und an der anschließenden Feier wirkten neben Kardinal Duka auch die Priester Anton Heinz (Pfarrer von St. Martin), Markus Goller (Geistlicher Beirat der Ackermann-Gemeinde im Erzbistum Bamberg), Anton Otte (Repräsentant der Ackermann-Gemeinde in Prag) und Dominik Syga (Kaplan in Bayreuth) mit. Verbindende Worte sprach Christoph Brey, derzeitiger Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde.