Bei dem Feuer in einer Wohnung auf dem Gelände der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg ist in der Nacht zum Mittwoch ein 28-jähriger Mann aus Eritrea ums Leben gekommen. Dies ergaben jetzt rechtsmedizinische Untersuchungen. Für das Feuer dürfte der Mann selbst verantwortlich gewesen sein, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. 15 weitere Menschen hatten bei dem Brand leichte Rauchgasvergiftungen erlitten.

Am frühen Mittwochmorgen war es in einer Wohnung im Erdgeschoss eines Unterkunftsgebäudes in der AEO zu dem verheerenden Feuer gekommen. Im Zuge der Löscharbeiten fanden die Feuerwehreinsatzkräfte in einem ausgebrannten Zimmer den jetzt identifizierten 28-Jährigen, der in dem Gebäudetrakt wohnhaft war.


Brandursache steht offenbar fest

Bezüglich der Brandursache gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass das Feuer durch fahrlässigen Umgang mit Rauchutensilien entstand. Dies ergaben die Auswertungen der zahlreichen, mit Dolmetschern durchgeführten, Vernehmungen der Bewohner, der Begutachtung eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts sowie dem Einsatz eines speziell ausgebildeten Spürhundes.

Einen Anschlag hatte die Polizei bereits am Mittwoch ausgeschlossen.


BR: Flüchtling erhebt Vorwürfe gegenüber dem Sicherheitsdienst

Doch hätte es überhaupt so weit kommen müssen? Ein Bewohner der Unterkunft im Bamberger Osten erhebt laut Bayerischem Rundfunk (BR) schwere Vorwürfe gegenüber dem Sicherheitspersonal in der AEO - denn die habe zu spät die Feuerwehr alarmiert. Laut dem BR-Bericht wohl, weil das Sicherheitspersonal zunächst von einem Fehlalarm ausgegangen sei. In der AEO komme es demnach immer mal wieder zu Fehlalarmen - etwa weil Bewohner in ihren Zimmern rauchten.

In der Nacht zum Mittwoch aber sei der Flüchtling stutzig geworden, weil selbst nach 15 Minuten der Alarm immer noch nicht aufgehört hatte. Wie er dem BR schilderte, habe er dann Rauch im Treppenhaus entdeckt und das Feuer dem Wachdienst am Haupttor gemeldet. Dieser habe aber nicht die Feuerwehr alarmiert - erst ein syrischer Wachmann habe dem Flüchtling geglaubt und den Notruf gewählt.

Nach Angaben des Flüchtlings sei der automatische Alarm bereits gegen 2.30 Uhr losgegangen. Laut Polizeipräsidium in Bayreuth wurden die Rettungskräfte um kurz nach 3 Uhr alarmiert. Bei dieser Darstellung bleibt die Polizei auch.
"Wir prüfen alles, was im unmittelbaren Zusammenhang mit den Ermittlungen der Umstände steht, die zum Tod des Opfers geführt haben", erklärte Sprecher Jürgen Stadter auf Nachfrage am Donnerstag zu den Vorwürfen des Flüchtlings. Die Meldung über den Brand in der mit Rauchmeldern ausgestatteten Wohnung ging laut Mitteilung der Polizei vom Donnerstagnachmittag gegen 3 Uhr am Mittwochmorgen bei der integrierten Leitstelle in Bamberg ein. "Belastbare Hinweise, dass das Feuer schon einige Zeit vorher gemeldet wurde, ergaben sich im Zuge der bisher geführten Ermittlungen nicht", heißt es wörtlich in der Mitteilung.

Die Regierung von Oberfranken bestätigte ebenfalls die Überprüfung des Alarmierungsvorgangs.

 


ak/dpa