Die Bamberger Busfahrt, bei der kurzzeitig ein Passagier am Steuer saß, zieht strafrechtliche Konsequenzen nach sich. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.
Ein Vorfall in einem Bamberger Bus sorgt über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen. In einer lokalen Facebook-Gruppe berichtete eine Frau am Freitag (1. Mai 2026) von ihrer Fahrt im Stadtbus in der 901 Richtung Gartenstadt. Um 14 Uhr habe der Busfahrer einen Mann, der ein vier- bis fünfjähriges Kind bei sich gehabt habe, "einfach den Bus fahren" lassen.
"Bis um die Kurve Richtung Bürgerrathaus" habe es zwei Vollbremsungen gegeben. Die Frau habe nach vorn geschrien und angekündigt, den Bus zu verlassen, führt sie fort. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) fuhr der Unbefugte den Bus in der Nähe des zentralen Omnibusbahnhofs etwa 50 Meter weit. Schließlich hätten der Busfahrer und der Mann wieder die Plätze getauscht, so die Frau in ihrem Bericht. Inzwischen gibt es weitere Informationen über Verletzte und Ermittlungen.
Fahrgast lenkt Bamberger Stadtbus - mindestens zwei Passagiere verletzt
Die Polizei Bamberg-Stadt berichtete in einer Mitteilung, dass ein Stadtbus auf Höhe des Bürgerrathauses am Freitagnachmittag "stark abbremste, wodurch mehrere Fahrgäste teilweise zu Boden fielen". Die Polizei wurde zu dem Bus alarmiert und unterbrach die Weiterfahrt, laut BR im Stadtteil Gartenstadt. Durch die vorherige Vollbremsung verletzten sich mindestens zwei Fahrgäste durch Prellungen leicht, berichtet die dpa. Ein Polizeisprecher bestätigte am Montag (4. Mai 2026) gegenüber inFranken.de zudem die Anwesenheit des Kindes.
Gegen den Fahrer werde nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, informiert die dpa. Auch gegen den eigentlichen Busfahrer laufen strafrechtliche Untersuchungen, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch. Laut dem Sprecher der Stadtwerke, Jan Giersberg, wurde der Busfahrer durch einen "zuverlässigen Ersatzfahrer" ersetzt und sofort freigestellt. Er wird dem BR zufolge wohl nie wieder einen Bus der Stadtwerke Bamberg fahren.
"Es ist absolut inakzeptabel", urteilt Giersberg im Gespräch mit der Redaktion. Das Team sei erschüttert ob dieses "Einzelfalls, den es so bei den Stadtwerken Bamberg noch nicht gegeben hat". So beschreibt er es in einem Kommentar unter der Facebook-Beschwerde der Frau.
Stadtwerkesprecher nimmt Team in Schutz - "täglich einwandfreier Job"
Der Pressesprecher entschuldigt sich im Namen der Stadtwerke bei den Fahrgästen und betont die gute Leistung der "Kolleginnen und Kollegen, die täglich einen einwandfreien Job machen". Den Vorfall werde man "keinesfalls tolerieren" und unterstütze "die Polizei vollumfänglich bei ihren Ermittlungen zur lückenlosen Aufklärung dieses Zwischenfalls". Verletzte Fahrgäste, welche den Bus vor Ankunft der Polizei bereits verlassen hatten, werden gebeten, sich bei der Polizei Bamberg-Stadt unter 0951/9129210 zu melden.
Hinweis: In einer früheren Version nannten wir die Buslinie 901 Richtung Gaustadt. Nach Leserhinweisen über eine Falschinformation haben wir die Angabe Richtung Gartenstadt verbessert, wie die Passagierin es tatsächlich in ihrem Post geschrieben hat. Wir bitten um Entschuldigung.