Australien, Südafrika, Kanada, die USA - Bands aus aller Welt spielen ab 1. August beim Blues- und Jazzfestival. Etliche kommen erstmals an die Regnitz, andere kehren zu den Bamberger Fans zurück. Nur eine unter 70 Formationen aber verdankt dem Event ihre Existenz: So lernten sich die Gründer von Boogiemen's Friends beim Festivalauftritt einer anderen Boogieband kennen, die das Publikum zurück in die 20er- und 30er-Jahre reisen ließ.

"Ja, ich trat damals mit einem anderen Ensemble auf. Und gleich danach sprach mich Marc Hupfer an, weil ihn unsere Musik so begeistert hatte", erinnert sich Ulrich Zenkel. Beide Pianisten tauschten sich aus, fanden viele Gemeinsamkeiten und spielten endlich Seite an Seite - "zunächst rein privat", wie sich der Student erinnert, der seit seinem fünften Lebensjahr in die Tasten haut.
Nach einigen Monaten aber machten die Bamberger Nägel mit Köpfen, nachdem Valentin Findling (Bluesharp, Gesang), Korbinian Tews (Drums) und Stephan Goldbach (Kontrabass) zu den Friends stießen: Drei Musiker, die sich auch beruflich über entsprechende Studiengänge in diese Richtung orientieren.




Heißeste Musik
"Seit zwei Jahren machen wir nun gemeinsam Boogie Woogie - die heißeste Musik, die je fürs Klavier erfunden wurde", sagt Zenkel, um dabei Axel Zwingenberger als Pianist und Komponist zu zitieren, dem die Band ihr Motto verdankt. Vor allem aber sehen sich die Boogiemen's Friends in der Tradition des "Dreigestirns Albert Ammons, Pete Johnson und Meade Lux Lewis, die zum Teil an zwei oder drei Instrumenten gleichzeitig miteinander spielten". Highlights seien derartige Duostücke bei Konzerten gewesen, die die Formation in Bamberg oder der Region gab. "Nach all der Zeit wollen wir unseren Radius aber erweitern", sagt der Pianist. Beispielsweise seien Auftritte in der Jazzhall Stuttgart, in Nürnberg oder Heidenheim geplant. "Wobei Leute unterschiedlichsten Alters zu unseren Konzerten kommen und sich überzeugen, dass Boogie Woogie noch immer jung und erfrischend ist."

Auch in der Band spielen zwei Generationen, nachdem die Mitglieder zwischen 23 und 46 Jahre alt sind. Was der Senior der Gruppe "äußerst interessant" findet. Vor seinem ersten Zusammentreffen mit Uli Zenkel trat Marc Hupfer bei Events wie dem Regensburger Jazzweekend ja meist solo auf. "Ich hatte aber immer schon einen Partner gesucht, mit dem man Aufnahmen legendärer Musiker nachspielen kann", sagt der Gymnasiallehrer: Duostücke, wie sie nun auch auf der CD "Hupfer meets Zenkel" zu hören sind.




Klassiker und Eigenkompositionen

Ja, die erste Scheibe spielten Boogiemen's Friends vor einer Weile ein. Wobei sie neben Klassikern wie "Foot Pedal Boogie" oder "Cuttin' the Boogie" Eigenkompositionen bieten. Und das alles unter dem Motto "Zwei Pianos bewegen sich durch die Welt des Boogie Woogie und des Blues der 20er-, 30er- und 40er-Jahre."

176 Tasten, 20 flinke Finger, Groove und Spielfreude - das werden Hupfer, Zenkel und der Rest der Boogiemen's Friends auch beim Landkreis-Blues in Hallstadt am 17. August ab 11 Uhr zeigen. Worauf sich Zenkel angesichts früherer Festivalauftritte freut, die ihm unvergesslich sind. "Ich weiß noch, wie wir am Gabelmann spielten, ganz nah am Publikum. Einige Leute tanzten spontan Rock 'n' Roll - ein Wahnsinnserlebnis."