Bamberg
Finanzen

Bei diesen Bamberger Banken steigen die Konto-Gebühren

Der Negativzins hinterlässt weitere Spuren in Bamberg. Einige Banken in der Region reagieren mit der Erhöhung ihrer Konto-Gebühren. Der Vorstand der Linken sieht vor allem im gewählten Zeitpunkt Probleme.
Foto: SyB /adobestock.com
Foto: SyB /adobestock.com

Das neue Jahr beginnt teuer. Nach CO2-Abgabe und Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer nutzen auch einige Bamberger Banken den Jahreswechsel, um ihre Kontoführungsgebühren zu erhöhen.

Der Grund: Negativzinsen. Die Einlagen der Sparkassen-Kunden sind 2020 um 8,5 Prozent (300 Millionen Euro) angewachsen, erklärt Mathias Polz, Pressesprecher der Sparkasse Bamberg. "Diese Steigerung der Kundeneinlagen sind in einer Zeit, in der die Europäische Zentralbank (EZB) Negativzinsen von uns verlangt, richtig teuer für die Sparkasse", so Polz. Denn je mehr Geld die Kunden auf ihren Konten anhäufen, desto höher der Strafzins, den die EZB dafür in Rechnung stellt.

Gerade die Corona-Krise hat die Menschen veranlasst ihr Geld zu sparen. Die Angst vor Kurzarbeit und Jobverlust ist omnipräsent und größere Shopping-Touren sind aufgrund des Lockdowns sowieso unmöglich. Bei vielen Bankkunden blieb das Geld daher auf dem Girokonto liegen.

Aufgrund der "herausfordernden Marktbedingungen" änderte auch die Sparda-Bank zum 1. Januar 2021 ihre Kontomodelle. Für Sparda-Kunden ab 27 Jahren kostet ein Giro-Konto nun fünf Euro monatlich. "Vor der Anpassung der Girokontomodelle war auch die Kontoführung eines Lohn-, Gehalts- oder Rentenkontos kostenfrei", heißt es auf Anfrage vonseiten der Bank.

Bei der VR-Bank Bamberg-Forchheim stehe aktuell keine Erhöhung der Gebühren an, erklärt Mitarbeiter Wolfgang Kohn. Die Bank hatte Kontomodelle und -gebühren bereits im Rahmen der Fusion von VR-Bank Bamberg mit der Volksbank Forchheim 2019 angepasst. Bei dem VR-Giro-Basiskonto zahlt der Kunde 4,95 Euro im Monat.

Die Sparkasse Bamberg hat bereits im Oktober 2020 ihre Kunden von der anstehenden Kostenerhöhung unterrichtet, erklärt Polz und fügt hinzu: "Auch wenn Preisanpassungen nie Begeisterung auslösen, so sehen viele unserer Kunden die Leistungsfähigkeit der Sparkasse Bamberg und unserer Konten und haben deshalb auch in etlichen Einzelgesprächen Verständnis dafür zum Ausdruck gebracht."

Höhere Belastung für Geringverdiener

In einer Facebook-Umfrage zeigen die Leser des Fränkischen Tags allerdings wenig Verständnis für diese Erhöhung in der Krisenzeit: "Jetzt, wo der Mensch wegen Corona leiden muss", beschwert sich eine Nutzerin. Eine Weitere kommentiert: "Die Leute sind in Kurzarbeit, viele wissen bald nimmer, wie sie den Verpflichtungen nachkommen sollen, und alles wird erhöht. Das ist eine Frechheit."

Diese Befürchtung teilt der Vorstand der Linken Bamberg-Forchheim.

In einer Pressemitteilung kritisiert die Partei vor allem den Zeitpunkt der Kostenerhöhung. Eine Bank müsse zwar Einnahmen generieren, während einer grassierenden Pandemie Kontogebühren zu erhöhen, sei aber vor allem für Geringverdiener und Studierende über 27 eine Mehrbelastung.

In dem Schreiben geht der Linken-Vorstand auch auf die Änderung der Kontomodelle ein. "Die Kontomodelle erhalten neue Namen, die Leistungen sind jedoch weitestgehend gleichgeblieben. Das alte Kontomodell ,Giro Compact' [der Sparkasse] wird durch das neue Top-Kontomodell ,Giro Optimal' ersetzt. Für die Kunden bedeutet das Mehrausgaben von zwei Euro im Monat."

Es gäbe je nach Kundenbedürfnis unterschiedliche Girokontomodelle, entgegnet Polz, "Wer sich für das Konto ,Giro Optimal' entscheidet, entscheidet sich auch für das Konto mit dem umfangreichsten Leistungspaket."

Paul Lehmann, Kreissprecher der Linken Bamberg-Forchheim, kritisiert den zu hohen Sollzinssatz der Sparkasse Bamberg auf Dispokredite. "Durch die Coronakrise müssen zudem viele Menschen ihren Dispositionskredit in Anspruch nehmen." Der Sollzinssatz sei mit 10,18 Prozent p.a. "überteuert und nicht zu rechtfertigen."

Nachfrage von Dispo-Krediten gesunken

Der Zinssatz sei daher so hoch angesetzt, weil für die Sparkasse bereits durch die Einräumung eines Dispositionsrahmens für Kunden erhebliche Kosten entstehen, erklärt Polz. Dispositionskredite seien nicht als Dauerkreditangebot gedacht, sondern als eine Möglichkeit für kurze Zeit Liquidität und Flexibilität zurückzuerhalten.

Obwohl viele Unternehmen aufgrund der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben und Branchen wie Gastronomie, Kultur oder Tourismus seit Monaten brach liegen, sank laut Polz im vergangenen Jahr das Interesse an Dispositionskrediten um 8,8 Prozent.