• Baunach: B279 wegen Brückenarbeiten drei Monate voll gesperrt
  • Umleitung im Kreis Bamberg sorgt für Entsetzen bei Anwohnern - Gemeinde besorgt
  • "Schon am ersten Tag Unfälle": Bürgermeister berichtet von Problemen mit Lkw
  • Stadt reagiert mit Verbot auf "unzumutbare Zustände"

Seit Montag (18. Juli 2022) wird in Baunach die Brücke über die Lauter teilweise erneuert. Aus diesem Grund bleibt ein Abschnitt der B279 noch bis Mitte Oktober gesperrt, wie das Staatliche Bauamt Bamberg kürzlich bekannt gegeben hat. Doch bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten ist der Ärger vor Ort groß - wegen der Umleitung über ein familiäres Wohngebiet. Auch Bürgermeister Tobias Roppelt (CBB) spricht gegenüber inFranken.de von einer "Katastrophe". 

"Nicht für so einen Verkehr geeignet": Umleitung in Baunach führt zu Lkw-Unfällen

"Die Arbeiten können nur unter Vollsperrung der Bundesstraße 279 zwischen der Ortsstraße 'Würzburger Straße' (...) und der Ortsstraßen 'Am Lauterbach' und 'Magdalenenweg' durchgeführt werden", erklärte die Bamberger Behörde im Vorfeld. Die Problematik: Die Umleitung führe durch Straßen, die "nicht für so einen Verkehr ausgelegt sind, insbesondere nicht für Lkw", erklärt Roppelt.

"Es gibt zum Teil keinen Gehsteig, es ist ein Schulweg und die Straßen sind sehr eng und kurvig", so der Bürgermeister. Bereits von Anfang an sei es der Gemeinde "klar gewesen, dass das eine Katastrophe wird, wenn die B279 gesperrt wird." Doch eine andere Umleitungsstrecke sei am Ende nicht möglich gewesen, "deswegen mussten wir die Kröte schlucken", sagt Roppelt. "Es gab schon Unfälle am ersten Tag", erzählt er. 

So seien etwa "Hauswände angefahren" worden, weil Lkw "die Sicht im Kurvenbereich gar nicht haben", so der Kommunalpolitiker. Bilder zeigen auch Schüler und Schülerinnen, die sich am Straßenrand an riesigen Fahrzeugschlangen vorbeiquetschen - in den sozialen Medien ist unter anderem von einer "Extremsituation" die Rede. 

Mit diesen Maßnahmen will die Gemeinde die Umleitung sicherer machen 

Daher habe man bei der Stadt Baunach reagiert, so Bürgermeister Roppelt. Eigentlich hatte es hier die Regelung gegeben, dass Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von unter 16 Tonnen die innerörtliche Umleitung nutzen können. Alles, was mehr wiege, sollte über die A73, A70 und B4 und umgekehrt umgeleitet werden. 

Doch seit Donnerstag sei nun ein Verbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in der engen Umleitung "überall ausgeschildert", sagt Roppelt. Denn diese seien aus seiner Sicht das Hauptproblem. Die Gemeinde hat gleichzeitig noch weitere Schritte auf den Weg gebracht, um der Problematik zu begegnen. Dazu zählen laut einem Statement die Erhöhung der Zahl der Schulweghelfer und -Helferinnen und Unterstützung durch städtische Angestellte. 

Auch werde die Polizei ab jetzt vermehrt Präsenz zeigen, heißt es. Gleichzeitig rufe man öffentlich dazu auf, Baunach möglichst zu umfahren und erweitere die Beschilderung an der Umleitungsstrecke. Wer hier fährt, sehe dann Hinweise, dass auf der Strecke Schulkinder unterwegs seien. In den sozialen Medien gibt es darauf positives Feedback. "Jetzt kann ich mein Kind beruhigter zur Schule laufen lassen", freut sich etwa eine Mutter. Und der Baunacher Bürgermeister hofft darauf, dass es nicht zu Verzögerungen bei der Sanierung der Naturstein-Bogenbrücke aus dem Jahr 1900 gibt. 

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